Statt Ostereiern eine Vorankündigung:
Zur Zeit ist ein audiovisueller Ableger von SchspIN in Vorbereitung,
die Reihe „SchspIN in Motion“.
Demnächst mehr an dieser Stelle. Sonnige Grüße!
SchspIN wünscht Frohe Ostern – Happy Easter by SchspIN
English Version
In place of easter eggs here’s an announcement:
At the moment an audiovisual branch of SchspIN is being prepared,
called “SchspIN in Motion”.
Stay tuned to this blog to find out more. Sunny greetings!
Kino, Kinder, Karriere: wie familienfreundlich ist die Filmbranche?
Dieser Text ist sehr viel länger geworden als üblich. Dies liegt daran, dass ich zum ersten mal über die (Nicht-)Vereinbarkeit von Familie und Filmberufen schreibe, und dazu einiges an Grundlagendaten zusammentragen musste.
Kürzlich las ich auf einer Zugfahrt die Titelstory von mobil, dem Magazin der Deutschen Bahn (Märzausgabe) „DER SCHON WIEDER“. Darin hieß es: „Wotan Wilke Möhring ist einer der meistbeschäftigten Schauspieler – und alle schauen hin. Wer so fleißig arbeitet, braucht eine kleine Auszeit. Die Drehpause nutzte mobil für ein entspanntes Gespräch über Kinder und Karriere, den deutschen Film und darüber, wie es sich anfühlt, von Beginn an einen Lauf zu haben.“
Wotan Wilke Möhring, 46 Jahre alt, hat 3 kleine Kinder und ist in der Tat in Film und Fernsehen zur Zeit sehr präsent, 2013 sah man ihn u.a. als norddeutschen Tatortkommissar (FEUERTEUFEL), als Hauptfigur in den Kinofilmen DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE und MANN TUT WAS MANN KANN, in der TV-Familiensaga DAS ADLON und allein sechs mal in den 2013er ZDF Fernsehfilmen der Woche: in OBENDRÜBER, DA SCHNEIT ES und in EINE FRAGE DES VERTRAUENS sowie in vier STRALSUND-Krimis.
Möhring gehört zu einer Minderheit, weil er viel dreht, und weil er drei Kinder hat. Denn 6 von 10 Schauspieler/innen in Deutschland sind kinderlos, von denen mit Kindern haben lediglich 14 % mindestens drei, und nur 2 % vier oder mehr Kinder (Bührmann und andere, 2010).
Dabei gibt es gerade unter den renommierten Schauspielern einige mit großen Familien: [Weiterlesen – Read On]
Podcasts: Wer spielt im dt. Fernsehen eine Rolle? Frauenbild zwischen Fernsehrealität und Wirklichkeit
Am 22. Januar 2014 fand im Grünen Salon der Berlin Volksbühne die Podiumsdiskussion „Wer spielt im deutschen Fernsehen eine Rolle?“ statt, veranstaltet von WIFT Germany.
Das Panel: Dr. Christine Otto, Drehbuchautorin, Dozentin. VDD Verband Dt. Drehbuchautor/innen Käthe Niemeyer, Regisseurin Winka Wulff, Film- und Fernsehproduzentin. Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH Anja Dihrberg, Casting Director, BVC Bundesverband Casting
Moderation: Dr. Sylvia Nagel, Regisseurin, Produzentin, ProQuote Medien und WIFT Germany [Weiterlesen – Read On]
Die 2013er Tatorte: Regie, Drehbuch, Altersverteilung der Besetzung und mehr.
2013 war der TATORT wieder das fiktionale Format mit den höchsten „Einschaltquoten“ (durchschnittlich 9,3 Mio. Zuschauer/innen pro Folge). Und gleich beginnt der heutige Tatort: ABGRÜNDE aus Wien, begleitet von unterhaltsamen Diskussionen der Onlinegemeinde unter dem Hashtag #tatort auf Twitter, – unterhaltlich auch der Account @TatortWatch, hier twittern Grünen Rechts- und InnenpolitikerInnen „aus Freude am tatort über fiktive BürgerInnenrechtsverletzungen“, mit tweets wie „Bei der Weitergabe von Informationen aus laufenden Ermittlungen an andere Dienststellen/Beamte braucht’s übrigens immer eine Rechtsgrundlage“ und „Der nicht-zuständige Ermittler plaudert Details der Ermittlungen an Verwandte des Tatverdächtigen aus. Mindestens ein Dienstvergehen“. Regie beim heutigen Tatort führte Harald Sicheritz, das liegt im Trend, denn die Tatorte sind einMännerformat: 2013 nur 5,6 % Regisseurinnen, und ein Frauenanteil von 8,7 bei den Drehbüchern, wie kommt das? Wer entscheidet so etwas? Wollen Frauen nicht, oder werden sie nicht gefragt? An einem Mangel an weiblichen Filmschaffenden kann es nicht liegen; diese Werte liegen weit unter den Frauenanteilen in den Berufsverbänden, – es wird Zeit, dass sich die Sender öffentlich dazu äußern.[Weiterlesen – Read On]
Kein Jahr für Regisseurinnen – die Top 100 deutschen Kinofilme 2013, die Top 20-Listen von 2001 bis 2013 und die Filmförderung 2013 (FFA)
Heute – in fünf bunten Bildern – geht es um die Top 100 deutschen Kinofilme 2013: die Genres, die Frauenanteile in den Bereichen Regie, Drehbuch und Produktion, das Alter und Geschlecht der erstgenannten Rollen. Dazu eine Untersuchung der Top 20 deutschen Kinofilme 2001 bis 2013 in den genannten Positionen, und schließlich ein kurzer Blick auf von der FFA im Jahr 2013 geförderte Filmprojekte.
Die Liste der 100 an den Kinokassen erfolgreichsten deutsche Kinofilme stammt von der Filmförderungsanstalt FFA. Auf Platz 1 FACK JU GÖHTE, Regie und Drehbuch Bora Dagtekin, erstgenannte Rolle: Zeki Müller (Elyas M’Barek). Der Film ist übrigens auch die Nummer 1 der internationalen Liste, d.h. aller Filme in deutschen Kinos 2013, mit gut 5,6 Mio. verkauften Eintrittskarten.Auf Platz 100 der deutschen Produktionen steht STAUB AUF [Weiterlesen – Read On]
Der Wettbewerb der Berlinale 2014 und die Decke aus Celluloid
Heute stehen die Wettbewerbsfilme der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin und eine Intervention der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić zum Geschlechterungleichgewicht in der Filmbranche im Mittelpunkt.
Vor ein paar Tagen ging die diesjährige – schneefreie – Berlinale zuende. Für mich ragten aus den 11 spannenden, anregenden Tagen und Nächten zwei Ereignisse besonders hervor: zum einen hatte ich das Glück, eine Karte für die Premiere des japanischen Wettbewerbsbeitrags 小さいおうち / CHIISAI O UCHI (Das kleine Haus) von Yôji Yamada zu ergattern. Ein sehr toller Film, dessen eine Hauptdarstellerin, Haru Kuroki, mit dem silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Außerdem lernte ich die bosnische Regisseurin Jasmila Žbanić kennen, ihren beeindruckenden Film ESMAS GEHEIMNIS – GRBAVICA hatte ich vor 8 Jahren auf der Berlinale gesehen, als er den Goldenen Bären gewann. Zbanic nahm dieses Jahr an der vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund Köln organisierten Podiumsdiskussion „Get yourself connected – a discussion on the status of women in film and gender equity” teil. Sie begann die Veranstaltung mit einer Intervention, und hat mir netterweise erlaubt, diese für mein Blog zu übersetzen und abzudrucken. Hvala puno!
Doch zuvor ein statistischer Blick auf den Berlinale Wettbewerb: den diesjährigen Gewinner des Goldenen Bären BA RI YAN HUO (Black Coal, Thin Ice) von Regisseur Yinan Diao und die 19 anderen Filme.Weiterlesen →
Komödie statt Krimi: Die Top 100 deutschen Kinofilme 2012
Morgen, am 13. Februar, gibt die Filmförderungsanstalt FFA die Statistiken für 2013 bekannt, darunter die Jahresliste der an den Kinokassen 100 erfolgreichsten deutschen Filme des vergangenen Jahres, die Top 100. Diese werde ich demnächst näher betrachten, zuvor soll es aber heute um die 100 erfolgreichsten deutschen Filme 2012 gehen: die Genres, die Frauen- und Männeranteile in den Gewerken Gewerke Regie, Drehbuch und Produzent/in, und die erstgenannten Rollen in den Besetzungslisten.
Letzten März hatte ich die Top 12 Filme im 6-Gewerke-Check ausgewertet (Deutsche Top Kinofilme 2012) und im Juni dann 11 Gewerke von u.a. den Top 17 Filmen (Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen? Teil 1 Die Gewerke).
Als ich mich auf die Suche nach den deutschen Kinofilmen von 2013 machte, landete ich bei der FFA und ihren umfassenden – wenn auch etwas versteckten – Listen, (die sich leider auch nicht direkt verlinken lassen. FFA-Webseite -> Marktdaten -> Filmhitlisten -> Jahresliste (deutsch) -> Jahr wählen), und erfuhr, dass sie während der Berlinale veröffentlicht werden. 100 Filme sind ja mal eine größere Datenmenge für eine Auswertung, und warum dann nicht zuvor noch die 100 Filme des Vorjahrs betrachten? Darum soll es heute gehen: [Weiterlesen – Read On]
31. Januar 2014
von SchspIN Kommentare deaktiviert für Grimmepreisnominierungen – Check – Nominations for German TV Awards
Kurz und knapp: ein Check der 17 fiktionalen Grimmepreisnominierungen 2014
Zum Wochenende gibt es ein paar bunte Bildchen: es geht los mit dem erweiterten 6-Gewerke-Check der Nominierungen zum Grimmepreis 2014 im Wettbewerb Fiktion / Einzelsendungen, die diese Woche bekannt gegeben wurden, und zwei Größen zur Besetzung.
Die Auswertung ging diesmal recht schnell, da die Seite vom Grimmeinstitut die meisten Zahlen aufführt. Interessanterweise wird an erster Stelle das Drehbuch genannt, danach erst die Regie. Die Produzent/innen werden nicht genannt (die habe ich aus der Crew United Datenbank), dafür gab es Angaben zu den Redakteur/innen, die ich erstmals in einer SchspIN-Auswertung einbeziehe. Der schnelle Besetzungscheck untersucht die erstgenannten Rollen und die Geschlechterverteilung im auf der Grimmepreisseite genannten Hauptcast.Gestern las ich die schwedische Schlagzeile „Männen dominerar filmbranschen i Norden“, ähnliches gilt auch hier, das viele Pink sticht schon ziemlich in die Augen – was aber auch an der Einstellung meines Monitors liegen kann. [Weiterlesen – Read On]
27. Januar 2014
von SchspIN Kommentare deaktiviert für ZDF Fernsehfilme der Woche 2013 – TV Movies of the Week on ZDF 2013
Kurzfassung: eine Analyse der Rollen- und Altersverteilung nach Geschlechtern von den 46 Filmen der ZDF-Reihe „Fernsehfilm der Woche“ 2012. Wieder einmal gibt es deutlich mehr und ältere Männer- als Frauenrollen. Ein Hoffnungsschimmer: mehr als 50 % der Besetzungslisten werden von Schauspielerinnen angeführt.
Montags um 20.15 Uhr läuft im Zweiten Programm regelmäßig der Fernsehfilm der Woche. Allerdings, wer denkt, in dieser Reihe werden keine Krimi gesendet, täuscht sich, denn tatsächlich gab es 2013 bei den 46 Filmen dieser Rubrik einen 3/4 Anteil von Krimis und Thrillern. Die Filme wurden – mal wieder – sehr mehrheitlich von Männern inszeniert, der Frauenanteil in der Regie lag bei 9 % (im Regieverband ist der Anteil 24 %, in der Abbildung links mit der kleinen grünen Raute dargestellt) und bei den Drehbüchern sind die entsprechenden Frauenanteile 35 % (Fernsehfilme) und 40 % (VDD).
Das bedeutet, dass nur jede 3. Geschichte von einer Frau geschrieben wurde und weniger als jede 10. von einer Frau filmisch umgesetzt wurde.
Ist das schlimm? Erzählen alle Männer Geschichten komplett anders als es alle Frauen tun würden? Natürlich nicht. Aber natürlich ist so ein Ungleichgewicht natürlich auch nicht. Es wäre [Weiterlesen – Read On]