SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin

21. September 2026
von SchspIN
Keine Kommentare

Ein halbes Dutzend Vereinbarkeit

Vereinbarkeit in der Filmbranche: Erfahrungsberichte Teil II

An dieser Stelle komme ich noch einmal auf das Thema Vereinbarkeit von Filmberuf und Familie zurück und kann in dem Zusammenhang auf eine andere Webseite von mir hinweisen: Alles für die Filmfamilie

Im Dezember 2024 hatte ich auf die ersten drei Interviews mit Filmschaffenden über ihre persönlichen Verenbarkeitsgeschichten hier verlinkt: Nadja Radojevic (CEO ifs Köln), Regisseurin Charlotte Rolfes und Kamerafrau DoP Christine Buchmann; siehe auch … and Baby makes Three.

Heute möchte ich Euch die Gespräche vier bis sechs vorstellen, mit

Weiterlesen →

8. September 2026
von SchspIN
Keine Kommentare

Radio mit Männern

radioeins: Nur für Erwachsene mit Männern.

Früüüher habe ich neben Fernseh- auch Radiosendungen analysiert, u.a. 2013 bis 2015 die DLF Kultur-Samstagssendung IM GESPRÄCH mit ihrem beachtlich niedrigen Frauenanteil unter den eingeladenen Fachleuten, und 2024 ein Update nachgelegt (siehe Hör mal wieder Radio – ja es gab eine Verbesserung). Heute geht es um eine andere Radiosendung, aber lest selbst:

Vorgestern, Sonntag Morgen, war ich mit meinem klugen Hund spazieren, sozusagen auf dem Land, jedenfalls kamen wir an einem Getreidefeld vorbei. Das heißt, ich kam dran vorbei, mein Hund stürzte sich rein und erkundete. Lange. Ich wartete also draußen auf sie und hörte weiter eine ganz interessante Radiosendung vom rbb-Sender RadioEins (Senderslogan: Nur für Erwachsene). Sie heißt Zwei auf Eins und wird von Sven Oswald und Daniel Finger moderiert. Thema diesmal „Jung und Alt“.

Die beiden mittelalten Herren (Jahrgang 1975 und 1970) erzählten erst von ihren Altersbeschwerden wie Rücken, Nächte nicht mehr durchfeiern können und so was. Dann sprachen sie mit mehreren Experten über verschiedene Altersaspekte aus überwiegend wissenschaftlicher Sicht, was interessant war. Allerdings fiel mir nach dem dritten Beitrag auf, dass es wirklich nur Experten waren, – Frauen kamen nämlich bis dahin in der Sendung nicht zu Wort. Das blieb für die gesamten drei Stunden so (wenn ich mal von den beiden Hörerinnen Timmi (?) und Sus (?) absehe, die an einem witzigen Quiz teilnahmen, das so ähnlich hieß wie Die siebte Frage). Weiterlesen →

13. August 2026
von SchspIN
Keine Kommentare

„Reibt Ihr Euch im Stillen die Hände, weil man Euch bevorzugt?“

Dieses Zitat stammt von Autorin Dorothee Schön (-> offizielle Webseite), die im April verbandsintern an die – männlichen – Mitglieder des Drehbuchverbands DDV schrieb. Den Brief darf ich heute mit ihrer freundlichen Erlaubnis veröffentlichen, herzlichen Dank!

Ihr findet ihn im zweiten Teil dieses Textes. Zuvor ein kurzer Rückblick auf die Misere, die da heißt Teilhabe von Drehbuchautorinnen.

Wo arbeiten Autoren und Autorinnen (nicht)?

Vor elf Jahren veröffentlichte ich den Text Männer schreiben Drehbücher, mit dem ich auf die auffallend männerlastige Verteilung der Autorenschaft (sic!) im deutschen Film und Fernsehen hinwies, anhand ausgewählter Zahlen und Filmgruppen. Normalerweise bilde ich den Frauenanteil ab, diesmal hatte ich die Männeranteile gewählt, und das war recht erschlagend:

Weiterlesen →

7. Juli 2026
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für Ein Podcast zum Blog

Ein Podcast zum Blog

Als akustische Ergänzung zu einigen Themen aus diesem Blog habe ich Mitte Juni einen Podcast ins Leben gerufen beziehungsweise in die Audiosphäre gesendet:

SchspIN im Ohr! Gedanken einer Schauspielerin. Der Podcast.

Die erste Folge wurde am 15. Juni unter dem Titel Beim Sterben hört die Gleichberechtigung auf veröffentlicht. Sie enthält unter anderem einen Realitätscheck Deutsche Fernsehkrimis: Opfer, Tatverdächtige und Stereotype.

SchspIN im Ohr wird monatlich erscheinen, die Folgen sind voraussichtlich zwischen 30 und 60 Minuten lang. Ihr könnt sie über die Player auf der entsprechenden Unterseite hier im Blog hören, und natürlich im Podcastportal Eurer Wahl, da findet Ihr auch die Beschreibung / dazugehörigen Shownotes. 

.

Das Logo von SchspIN im Ohr. eine gezeichnete weibliche Figur in schwarzweiß vor blauem Hintergrund, sie sendet Wellen aus

 

27. April 2026
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für „Ich hatte noch keinen Mordfall, der mich nicht bis nach Hause verfolgt hat.“

„Ich hatte noch keinen Mordfall, der mich nicht bis nach Hause verfolgt hat.“

Jahresbilanz der TATORTE 2025 und eine Empfehlung

Heute die verspätete Analyse der Jahresendstatistiken für die 36 erstausgestrahlten TATORTE vom letzten Jahr. Etwas verspätet, pardon.

Ich hatte zur TATORT-Sommerpause 2025 vermutet (TATORTE Sommer 2025 – Erstes Zwischenziel erreicht), dass sich die hohen Frauenanteile in den sechs Kerngewerken nicht bis zum Jahresende halten würden; – und tatsächlich ist das so eingetreten, wie schon in den Jahren zuvor:

Warum das so ist kann ich nicht sagen, dazu müsste ich beispielsweise wissen, wie darüber entschieden wird, wann welcher Tatort ausgestrahlt wird, oder zumindest wer das entscheidet, um nachfragen zu können. Stattdessen hier und heute: Weiterlesen →

2. April 2026
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für Was wenn sie lebt.

Was wenn sie lebt.

Neue Kampagne #waswennsieLEBT.

  • Einleitung
  • #waswennsieLEBT.
  • Fallbeispiele: Almila Akad und Andrea Hofer (Tatort: FACKEL)
  • Fazit
  • Nachklapp Untersuchungsausschuss – Theorie, Hanau, FACKEL

Heute stelle ich meine neue Kampagne vor, drei Jahre nach #TauschdieAdjektive (20.6.23), sechs Jahre nach #mehralsLeichen (12.2.20) und neun Jahre nach #Augenauf Stereotype (16.2.17):

#waswennsieLEBT in bunten Buchstaben

 

.

Einleitung

Auslöser für meine neue Kampagne war der Frankfurt-Tatort FACKEL vom 22. März. Wieder einmal mussten in einem Fernsehkrimi Frauen sterben, ohne dass das für die Handlung dramaturgisch zwingend war. Im Gegenteil, wären die beiden am Leben geblieben und so weniger stereotyp und einseitig, hätte, die Geschichte womöglich an Tiefe und Relevanz gewonnen und wäre weniger Raum für Vorurteile und Verschwörungserzählungen geblieben.  Weiterlesen →

13. Februar 2026
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für Berlinale Wettbewerb 2026: Herzstück und Visitenkarte

Berlinale Wettbewerb 2026: Herzstück und Visitenkarte

Der Berlinale Wettbewerb 2026

Gerade hat die Berlinale begonnen, und viele von Euch werden sich Filme angucken, in Schlangen stehen, fachsimpeln, bei Empfängen abhängen und netzwerken. Es ist nicht ganz leicht, über den Wettbewerb zu sprechen ohne schon die 22 Filme gesehen zu haben. Damit Ihr aber stattdessen nicht über den angespannten Wohnungsmarkt, Schnee, Karneval, Curling oder Terrier sprechen müsst – wobei die letzten beiden Themen schon gut sind – veröffentliche ich heute ein paar Zahlen und Fakten, mit denen Ihr überall glänzen könnt:

2026 ist die zweite Berlinale unter der Leitung von Tricia Tuttle, ihren ersten Wettbewerb habe ich hier analysiert: Die erste Tuttle-Berlinale, Februar 25.

Die sechs Haupt-Gewerke

Ähnlich wie im letzten Jahr liegt der Frauenanteil bei Regie und Drehbuch im Wettbewerb auch diesmal zwischen 36 und 40 %, in dieser Region finden sich auch die Editorinnen (2025 noch unter 30 %). Und was bemerkenswert ist: in gut jedem vierten Film war eine Frau für die Bildgestaltung verantwortlich, ihr Anteil lag im Vorjahreswettbewerb noch bei mickrigen 5,3 %. Den niedrigsten Frauenanteil bieten in diesem Jahr die Komponistinnen mit 11,1 % – wobei ich für dieses Gewerk nur die Angaben für 18 Filme finden konnte. Weiterlesen →

2. Februar 2026
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für Sorgearbeit und Konsens im Film

Sorgearbeit und Konsens im Film

  • „Arbeiten am Film mit Familie gut verbinden“
  • Zum Nachhören und -sehen: Impulsvortrag Familienfreundliches Drehen
  • Es geht um Vielfalt
  • Die Sache mit dem Konsens
  • Die Konsens-Filmproduktion

„Arbeiten am Film mit Familie gut verbinden“

Im Januar 20 25 lud mich Julia Mack vom Filmhaus Frankfurt (am Main) ein, an der Auftaktveranstaltung von „Konsens im Film“ im Oktober mitzuwirken. Ziel des Projekts sei es „Barrieren in der Filmbranche abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Filmliebhaber*innen und Profis inklusiver und nachhaltiger zu gestalten.“ Weiter hieß es: Weiterlesen →

11. September 2025
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für Wir brauchen mehr Vorbilder

Wir brauchen mehr Vorbilder

Vergangenes Wochenende begann die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Vielleicht habt Ihr es über Eure präferierten Medien mitbekommen, Radio, Fernsehen, Zeitung, soziale Medien, sonstwie digital? Habt den Countdown „es geht wieder los!“ gehört oder gelesen, die Prognosen und Vorschauen, dann die Spielberichte, Ergebnisse, Tabelle.. –  Nein? Hm. Könnte daran liegen, dass es nicht um die Männerfußball-Bundesliga ging.

Vorbilder im Sport

Heute schreibe ich über Sport, genauer über Sportmeldungen in den Medien. Und da mein Anspruch ist, nicht nur Missstände aufzuzeigen, – denn das ist doch immer auch ziemlich frustrierend -, habe ich mir etwas überlegt, das den kritikwürdigen Status Quo ändern und die Situation womöglich verbessern kann. Dazu später mehr.

Mir geht es primär um diese kurzen Sportnachrichten am Ende von ,normalen’ Nachrichten, bzw. auch zwischendurch in einer Magazinsendung oder so. Wo es heißt: „Wir kommen jetzt zum Sport“ oder „Rob Rickards hat das Neueste vom Sport“, Ihr kennt das. Und auch die Online-(Kurz-)Meldungen und Sportseiten von Tageszeitungen, wo auch immer es außerhalb von reinen Sportsendungen oder -übertragungen aktuelle Sportinformationen gibt.

Sind die wichtig? Nun, neben dem Offensichtlichen (= Information) liefern Sportmeldungen einen Fundus für Smalltalk oder Icebreaker-Gesprächseinstiege, sie machen auf Leistungen, Menschen (= Sportler:innen) und Ungleichheiten aufmerksam, können inspirieren, Kopfschütteln und kontroverse Diskussionen auslösen, und mehr.

Sport in den Medien

Sport ist ein guter Überbegriff, denn er bezeichnet sowohl Sport getrennt nach Frauen und Männern, als auch gemeinsam stattfindende Wettbewerbe. Die sind zwar eher selten, aber es gibt sie: Gemischte Doppel im Tennis und Badminton zum Beispiel, oder Mixed im Beachvolleyball, dem Sport mit einer der beklopptesten Kleiderordnungen für Frauen, aber das ist ein anderes Thema, und im Recurve (-> Bogenschießen). Den Marathon laufen alle zusammen, werden aber getrennt gewertet; auch bei Volksläufen werden die Sportler:innen meist geschlechtergetrennt und gesamtgewertet (siehe auch meinen Bericht vom Halbmarathon in Riga,  Mai 2017). Edit: Und im Reitsport treten Frauen und Männer mit ihren Pferden gegeneinander an. Weiterlesen →

4. Juni 2025
von SchspIN
Kommentare deaktiviert für TATORTE Sommer 2025 – Erstes Zwischenziel erreicht

TATORTE Sommer 2025 – Erstes Zwischenziel erreicht

 

TATORTE Sommer 2025: Der letzte Fall vor der Sommerpause wird am 15. Juni ausgestrahlt, und er kommt aus Zürich: RAPUNZEL liefert eine glatte Null im 6-Gewerke-Check und ist damit bis jetzt der dritte TATORT 2025, an dessen Produktion keine Regisseurin, Autorin, Kamerafrau, Tonmeisterin, Editorin oder Komponistin beteiligt war. Die anderen beiden waren VIER LEBEN (Berlin, 16.2.25) und WIR SIND NICHT ZU FASSEN! (Wien, 1.6.25). Drei TATORTE, das sind 15 Prozent.

Umgekehrt hat kein TATORT eine Null bei männlicher Beteiligung an den sechs Gewerken, das höchste an Frauenmacht ist hier der vorletzte Kieler Fall BOROWSKI UND DAS HUNGRIGE HERZ: Regie Maria Sólrún, Drehbuch Katrin Bühlig, Kamera Birgit Guðjónsdóttir, Ton Corinna Zink, Montage Uta Schmidt und Musik Haraldur Thrastarson.

TATORTE Sommer 2025

TATORTE Sommer 2025: #2von6

Immerhin, es gab bei den TATORTEN noch nie einen so hohen Wert für #2von6 (egal ob Halbjahre oder ganze); neben den drei Nullern sind es nur drei weitere Fälle, die #2von6 nicht erfüllen, d.h. bei denen weniger als zwei der sechs Kerngewerke eine Frauenbeteiligung aufweisen: CHARLIE (München, 2.3.25), BOROWSKI UND DAS HAUPT DER MEDUSA (Kiel, 16.3.25) und ABSTELLGLEIS (Dortmund, 30.3.25). Also insgesamt sechs von 20 Filmen (= 30 %):

Zum Vergleich als nächstes die erstausgestrahlten TATORTE der letzten sieben Jahre, gezeigt wird der prozentuale Anteile an TATORTEN, die #2von6 erfüllen bzw. nicht erfüllen. Weiterlesen →