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Gedanken einer Schauspielerin

31. Dezember 2023
von SchspIN
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TATORTE 2023: The Michael Gaze

Seit ungefähr zeitgleich mit dem Fernsehkrimifestival im März 2020 (Fernsehkrimis – die Jury sind wir!) die Pandemie nach Deutschland kam ist es mir gelungen, allen Coronaviren aus dem Weg zu gehen. Aber in der Weihnachtszeit 23 war es leider soweit. Ich erspare Euch meine Symptom- und Unwohlseinsschilderungen, nur so viel: diese viel erwähnte Abgeschlagenheit ist nicht ohne, so dass ich viel von dem, was ich eigentlich dieses Jahr noch vorhatte nicht angehen konnte und kann. Dazu gehört auch ein Teil der Untersuchungen zum heutigen Thema TATORTE 2023. Entfallen müssen unter anderem leider die Analyse der 36 Hauptcasts und der Schauspieler:innen, die 2023 in verschiedenen TATORTEN und TATORT-Städten besetzt waren, eine statistische Auswertung der Mörder und Mörderinnen und Täter und Täterinnen (u.a. bzgl. Quantität und Alter), eine Betrachtung der Einstiegsbilder und des Zustand der „Einstiegsleichen“. Da ich den Artikel nicht ins neue Jahr mitschleppen möchte erscheint er heute, – stark verkürzt.

TATORTE 2023: Was tut sich hinter der Kamera.

Die nächsten sechs Abbildungen zeigen den 6-Gewerke-Check für die 2023 erstausgestrahlten 36 TATORTE, die Analyse #2von6, die Entwicklung in den drei Gewerken Regie, Drehbuch und Kamera von 2011 bis 2023 sowie die sechs Gewerke (zusätzlich noch Ton, Montage und Musik) für die Jahre 2018 bis 2023. Außerdem den 6-Gewerke-Check und die #2von6-Analyse für die 2023 erstausgestrahlten 8 POLIZEIRUFE.

Der Trend der letzten Jahre hat sich fortgesetzt: sowohl der Regisseurinnen– als auch der Autorinnenanteil sind mit 47,2 % bzw. 41,5 % auf einem Höchstwert angekommen. Ihr erinnert Euch vielleicht wie mehr Regisseurinnen TATORTE inszenieren durften aufgrund einer zunächst niedrig bei 20 % liegenden Zielvorgabe oder Absichtserklärung der Degeto, die nach und nach angehoben wurde? Und dass daran irgendwie gekoppelt die Autorinnen weniger wurden? (Stichwort: „Wir haben schon eine Frau im Team“). Erst als die Drehbuchautorinnen und zuvor natürlich dieses Blog dagegen angingen, die Zahlen auf den Tisch legten bzw. per Brandbrief das Gespräch suchten kamen langsam (wieder) mehr Autorinnen in dieses bestbezahlte Fernsehformat. Ebenfalls sei daran erinnert, dass ungefähr gleich viele Frauen und Männer an den Hochschulen in den Fächern Regie bzw. Drehbuch ausgebildet werden.

Wir erleben jetzt etwas ähnliches mit den Kamerafrauen. Mehr Regisseurinnen, mehr Autorinnen, und gleichzeitig sind an der Kamera Frauen  kaum noch vertreten, also noch seltener als in den Vorjahren. Ebenso bleibt es bei den niedrigen Frauenanteilen in Ton und Komposition. Lediglich Montage, also der Schnitt, kommt auf weniger als 40 % Männer. Weiterlesen →

17. September 2023
von SchspIN
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Erste Halbzeit 2023: 48 zu 44!

TATORTE Erste Halbzeit 2023: 48 zu 44

Ja, der Titel erinnert an ein außer gewöhnlich torreiches Handballspiel, aber tatsächlich geht es wieder einmal um TATORTE, mit aktuellen Zahlen und zwei guten Nachrichten.

6-Gewerke-Check 2023 Sommerpause

Die 23 bis zur Sommerpause erstausgestrahlten TATORTE haben einen gerundeten 48 % (47,7 %) Regisseurinnenanteil und 44 % (44,1 %) Autorinnen. Nicht schlecht!

In der Montage machen Editorinnen 2/3 aus, in 15 TATORTEN waren sie allein verantwortlich, in dem Wien-Fall WAS IST DAS FÜR EINE WELT gab es ein Schnitt-Duo, Karina Ressler und Philipp Bittner.

Weniger vielversprechend sind die Zahlen für die übrigen Gewerke.

Besonders die 13 % Kamerafrauen enttäuschen, in diesem Gewerk sind immerhin ein Viertel der Hochschulalumni weiblich, aber sie werden für TATORTE nur selten engagiert. Lediglich drei standen in den ersten 23 TATORTEN 2023 hinter der Linse – Julia Jalnasow (München: SCHUTZMAßNAHMEN), Christiane Buchmann (Saarbrücken: DIE KÄLTE DER ERDE) und Katharina Diessner (Köln: WIE ALLE ANDEREN AUCH). Auffällig, kein Regisseur arbeitete mit einer Kamerafrau.

Und es gab nur eine Filmtonmeisterin: Claudia Mattai del Moro, die ebenfalls bei DIE KÄLTE DER ERDE arbeitete. Peter Tielker war bei vier TATORTEN Filmtonmeister (Dortmund, Kiel, Schwarzwald, Zürich), Je 3 mal Matthias Haeb (München, Köln, Bremen) und Wolfgang Wirtz (Franken, Stuttgart, Köln). Weiterlesen →

31. Juli 2023
von SchspIN
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Familienfreundlichkeit und die Filmbranche

Dieser Text ist die gekürzte Fassung einer Keynote, die ich am 21.2.23 beim Familiengerechtes Drehen – der konkrete Kongress von Pro Quote Film gehalten habe. In dieser Form ist sie erstmals am 10. Mai im Blog Filmlöwin erschienen.
Zu diesem Thema hatte ich am 14.4.2014 Kinder, Kino, Karriere: wie familienfreundlich ist die Filmbranche? auf SchspIN veröffentlicht.

Belinde Ruth Stieve bei „Familiengerechtes Drehen. Der konkrete Kongress!“ von Pro Quote Film. Foto Sibylle Anneck

Familienfreundlichkeit und die Filmbranche

Hintergrund

Familien sind in der Film- und Fernsehbranche sehr beliebt – als Publikum, als Zielgruppe. Aber um diese Familienfreundlichkeit soll es hier nicht gehen, sondern um die Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Karriere vor oder hinter der Kamera.

Die Erwerbstätigenquote von Eltern mit Kindern unter sechs Jahren in Deutschland zeigt, dass Väter zu 80 – 90 % arbeiten, egal ob sie ein, zwei oder drei Kinder unter sechs Jahren haben. Nur jede zweite Mutter geht in der gleichen familiären Situation einer Erwerbstätigkeit nach.
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20. Juni 2023
von SchspIN
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Neue Kampagne: #TauschdieAdjektive

Tausch die Adjektive! Ein Test

Vor ein paar Tagen erhielt ich einen Programmhinweis von Real Film Berlin / Studio Hamburg, es ging um den Sendestart einer sechsteiligen „Thriller-Serie“ auf Netflix. Diese heißt SCHLAFENDE HUNDE und basiert auf der israelischen Serie IKARON HAHACHLAFA עקרון ההחלפה von Noah Stollmann und Ori Weisbrod (2016), was in etwa als „Tauschprinzip“ übersetzt werden kann. Die deutschen Drehbücher stammen von Christoph Darnstädt.

Nun habe ich nicht gedacht „Juchuh! Endlich eine neue Krimiserie!“ oder „Supi! Endlich wird eine erfolgreiche israelische Serie neuverfilmt!“ (wir kennen beispielsweise schon HATUFIM חטופים / „Entführte“ und BETIPUL בטיפול / „In Behandlung“, wobei mir die Originalfassungen grundsätzlich lieber sind, aber das ist ein anderes Thema).

Nein, mir fiel die Kurzskizzierung der Hauptfiguren auf, die doch ein bisschen ärgerlich anmutet. Interessant wurde es erst, als ich die beschreibenden Adjektive der weiblichen und männlichen Rollen tauschte, und daraus entstand mein heutiger Vorschlag für eine neue Kampagne.

#TauschdieAdjektive

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13. Juni 2023
von SchspIN
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Dem Napoléon seine Frau, Alter!

Abzählvers
Gesine und die Einleitung
Ridley Scott’s NAPOLÉON-Film und das Alter von Schauspieler:innen
Napoléon et Joséphine
Die neue Verfilmung
Historischer Exkurs
Die deutschen Schauspieler:innen und ihr Alter
3 Jahre-Vergleich [Datenbank Filmmakers]

 Kaiser von Rom
Napoléon sein Sohn
der war noch zu klein
um Kaiser zu sein
Noch ein Stückchen weiter
auf der Himmelsleiter
Hier bleib ich steh’n
um alles zu seh’n
eins, zwei, drei!

Gesine und die Einleitung

Neulich war ich zum „Let’s change the Picture“-Podcast von Gesine Cukrowski eingeladen, Ihr könnt das Gespräch hier nachhören (Zu Gast bei Gesine Cukrowski #LetsChangethePicture). Darin erwähnte ich nebenbei die aktuelle Ridley Scott Verfilmung eines Napoléon-Stoffs, in der Napoleons erste Frau Joséphine mit der 30-jährigen Jodie Comer besetzt war und Napoleon mit dem 48-jähringen Joaquin Phoenix. Hinterher habe ich nachgesehen, ob die Dreharbeiten schon abgeschlossen sind, und bei der Gelegenheit erfahren, dass Joséphine umbesetzt wurde.

Im Interview erwähnte ich auch, dass es bei uns in jüngeren Jahrgängen mehr professionelle Schauspielerinnen als Schauspieler gibt, diese aber früher aus dem Beruf ,verschwinden‘ als ihre Kollegen. Diese Aussage stütze ich u.a. auf meine Altersauswertungen von Schauspieler:innen in der Castingdatenbank Filmmakers 2013 und 2017.

Um diese beiden Themenbereiche geht es in meinem heutigen Text.

Ridley Scott’s NAPOLÉON-Film und das Alter von Schauspieler:innen

Napoléon et Joséphine

Die neue Verfilmung

Der englische Regisseur und Filmproduzent Ridley Scott (85) führte u.a. Regie bei THE DUELISTS (1977, sein Langfilmregiedebüt, Buch Gerald Vaughan-Hughes), ALIEN (1979, Buch Dan O’Bannon und Ronald Shusett) und THELMA & LOUISE (1991, Drehbuchdebüt von Callie Khouri). Scott ist seit 2015 in dritter Ehe mit der 18 Jahre jüngeren kostarikanischen Schauspielerin Giannina Facio verheiratet.

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28. April 2023
von SchspIN
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Einfach und direkt: #2von6

#2von6 – Ansatz für die Branche

Am 1. April hatte ich auf Instagram die FFA-Meldung FFA setzt auf Beteiligung von Frauen, neue Förderrichtlinie in Kraft veröffentlicht:

und mit folgender Erläuterung versehen:

Die FFA verlangt ab der 3. Förderrunde 2023, dass die vorgelegten Projekte mindestens eine Frau „in den sechs maßgeblichen Gewerken“ beteiligen müssen. Ein kleiner Anfang ist gemacht, hoffentlich folgen die anderen öffentlichen Filmförderungen mit ähnlichen Vorstößen. Wobei, besser, wirksamer und geschlechtergerechter wäre mein Vorschlag #2von6.

Das war ein Aprilscherz. Die FFA hat noch keine derartige Maßgabe. Schade. Denn sie könnte etwas verändern, Produktionsfirmen, die ihre Hauptgewerke nur an Männer vergeben, müssten umdenken und sich nach Filmfrauen umsehen.
Und was war das nochmal mit #2von6?
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18. April 2023
von SchspIN
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Zu Gast bei Gesine Cukrowski #LetsChangethePicture

Lets Change the Picture – Interviewt von Gesine Cukrowski

Am Ostermontag war ich – als erst zweiter Gast! – zum „Let’s Change The Picture“-LiveTalk von Gesine Cukrowski eingeladen, den Ihr weiter unten nachhören könnt.

Gesine hat einen Nachnamen, den sie vermutlich ähnlich häufig wie ich meinen buchstabieren muss, und der auf Polnisch irgendwas mit Zucker heißt. Sie hat außerdem kürzlich gemeinsam mit Silke Burmeister von Palais Fluxx („Online-Magazine für Rausch, Revolte, Wechseljahre“) die Kampagne Let’s Change the Picture ins Leben gerufen – auf Deutsch in etwa: Lasst uns die Bilder verändern, oder etwas freier: verbessern.

Hierbei geht es um die unbefriedigende, klischeehaften Darstellung bis hin zur Abwesenheit von älteren Frauen im deutschen Film / Fernsehen. Wobei mit ,älteren Frauen’ Frauen ab 47 gemeint sind. Und dass das natürlich geändert werden soll – hin zu mehr Sichtbarkeit von Frauen ab 47 und deren wirklichen Geschichten.


„Es fehlen die Geschichten, die Frauen so erzählen, wie sie heute sind. Es gibt eine ganz eigene Film- und Fernsehrealität in Deutschland, die mit unseren gelebten Realitäten nicht so viel zu tun hat. Echte Geschichten von Frauen über 50 werden grundlos fürs Fernsehen auf die Frau Mitte 30 umgeschrieben. Das beraubt die älteren Frauen unserer Gesellschaft nicht nur ihrer Geschichten, es hat auch den Nebeneffekt, dass den gezeigten Frauenfiguren teilweise grotesk anmutende, weil viel zu umfangreiche Biografien angeheftet werden. Die wenigen Frauenfiguren 47+, die wir dann zu sehen kriegen, sind oft weit entfernt von unserer Lebensrealität und bedienen Stereotype, in denen wir uns einfach nicht wiederfinden.“ (Gesine Cukrowski)
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4. April 2023
von SchspIN
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Deutsche Filmpreis-Nominierungen 2023 – wer gibt den Ton an?

Beim Filmpreis Nichts Neues?

Vor zwei Wochen habe ich 15 Filme analysiert, die b ei den US-amerikanischen Filmpreisen in mindestens zwei Kategorien nominiert waren (Alles schön divers bei den Oscars?). Der 6-Gewerke-Check ergab ein ziemlich rosanes Bild, denn in jedem der sechs Gewerke Regie, Drehbuch, Kamera, Ton, Montage und Musik lag der Männeranteil über 75 %. Was natürlich gleichzeitig bedeutet, dass der Frauenanteil immer unter 25 % lag, der höchste Wert vielleicht überraschenderweise bei den Komponistinnen, die 23,5 % erreichten.

Heute geht es um die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2023 mit ein paar Statistiken, und die äh gute Nachricht ist schon mal, dass der 6-Gewerke-Check etwas besser für die Filmfrauen ausfiel, egal ob ich nur die sechs als „Bester Film“ nominierten Produktionen betrachtete oder alle 24 Filme, die in mindestens einer Kategorie nominiert sind. Das ist aber auch schon die beste Nachricht in diesem Text.

Die erste Abbildung zeigt den 6-Gewerke-Check für alle nominierten Filme:

Der höchste Frauenanteil liegt in der Montage (37 %), Regie und Drehbuch um die 30 % und die Komponistinnen lieferten den niedrigsten Wert mit 8 %.

Die Frage nach dem Anteil der Filme, die #2von6 erfüllen bietet sich an. Naja, vielleicht nicht, aber ich finde es interessant, ihr nachzugehen: wie viele der 24 nominierten Filme – Spielfilme, Kinder- und Dokumentarfilme – schaffen die zwei von sechs-Marke, d.h. bei wie vielen waren in mindestens zwei der sechs Gewerke Frauen beteiligt? Tatsächlich bei weniger als der Hälfte. Bei 13 Filmen findet sich keine oder nur eine Frau in verantwortlicher Position in den sechs Gewerken.
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17. März 2023
von SchspIN
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Alles schön divers bei den Oscars?

Die US-amerikanischen Filmpreise 2023

Am vergangenen Sonntag wurden in Los Angeles die Academy Awards 2023 verliehen. Ich bin von mehreren Seiten gefragt worden, wo mein Kommentar bleibt, also los geht’s!

Es wurde groß gefeiert, dass unter den Preisträger:innen so viele Nationalitäten vertreten sind, so viele verschiedene ethnische Hintergründe. Das kann optimistisch stimmen, liegt aber zu einem großen Teil an EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE, der für elf Preise nominiert war und immerhin sieben gewann. Denn an dieser Fantasy-Komödie über eine chinesische Einwandererfamilie in den USA waren hinter und naturgemäß vor der Kamera sehr viele asiatisch(-stämmig)e Filmschaffende beteiligt. Wobei die häufig gebrauchte Formulierung ,die erste für eine Hauptrolle nominierte Schauspielerin, die sich als Asiatin identifiziert’ (“who identifies as Asian“) im Zusammenhang mit der malaysischen Hauptdarstellerin Michelle Yeoh etwas wunderlich anmutet.*

Daneben herrschte große Begeisterung darüber, dass zwei Schauspielerinnen die Preise für beste Schauspielerin in einer Haupt- bzw. einer Nebenrolle erhalten haben. Zwei Schauspielerinnen über 60 muss ich vielleicht ergänzen.

Über weitere Diversitätskategorien vor und hinter den Kameras kann ich nicht viel berichten, da ich bis auf SHE SAID, das Drama über die Enthüllung der Weinstein-Verbrechen und Auslöser der #metoo-Bewegung, noch keinen der Filme gesehen hab. Achso, und SHE SAID wurde überhaupt nicht nominiert, in keiner Kategorie. Tja.**

6-Gewerke-Check – ein Trauerspiel

Was ich aber bieten kann ist eine statistische Auswertung der Frauen– und Männeranteile in sechs Gewerken bei den fünfzehn Filmen die in zwei Kategorien oder mehr nominiert waren. Die sechs diesmal untersuchten Gewerke sind Produktion (statt Ton), Regie, Drehbuch, Kamera, Montage und Musik. Und dieser 6-Gewerke-Check ist ein Trauerspiel, es sei denn man mag Rosa und Einseitigkeit:

 

Die Abbildung zeigt es, Regie und Drehbuch unter 10 % Frauenanteil, Kamera unter 15 %, Produktion und Montage um die 20 %, Musik unter 25 %.

Hat das irgendjemand thematisiert? Wenn, dann habe ich es nicht mitbekommen. Es ist ein bisschen wie auch in anderen Zusammenhängen: Sexismus, Geschlechterungleichgewicht, strukturelle Benachteiligung von Frauen in Film und Fernsehen interessiert nicht mehr wirklich als eigenes Themen, da wir jetzt über Diversität sprechen. Und damit ist „alles andere“ gemeint, auch wenn viele Männer und ein paar Frauen uns gerne einreden wollen, dass bei Diversität die Frauen mitgemeint sind. Ich denke eher Nein.
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17. Februar 2023
von SchspIN
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Berlinale 2023, das vierte Jahr Chatrian & Rissenbeek

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin

Gestern begann die 73. Berlinale. Seit 2020 hat das Festival eine Doppelspitze, das sind der künstlerische Leiter Carlo Chatrian, (italienischer Filmkritiker und Festivalleiter) und die Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek (niederländische Filmproduzentin und Marketingmanagerin). Jurypräsidentin ist die US-Schauspielerin Kristen Stewart, im Wettbewerb laufen 19 Filme.

Der Berlinale Wettbewerb 2023

Über den Wettbewerb, „das Herzstück der Berlinale und die Visitenkarte des Festivals“, heißt es auf der Webseite berlinale.de – ziemlich ambitioniert:

(Der Wettbewerb bietet) einen detaillierten Einblick in die Gegenwart und die Zukunft des Kinos. Der Wettbewerb zeigt die besten Filme der Auswahl eines Kinojahrgangs – unabhängig davon, ob sie von etablierten Regisseur*innen oder Nachwuchstalenten stammen. (…)

Als Gravitationszentrum des Festivals bündelt der Wettbewerb die Energie der Berlinale und strahlt in die Welt hinaus. Er steht im Fokus der Aufmerksamkeit und zeigt einige der meist-diskutierten Filme des Jahres, die oft hitzige Debatten anregen. Der Wettbewerb feiert die Vielfalt und die ausgiebige Produktivität des Kinos im 21. Jahrhundert. Er will sowohl das Publikum als auch die Fachbesucher*innen überraschen, unterhalten und bereichern. Er reflektiert die Welt, in der wir leben, und setzt sich zu ihr in Beziehung: Die Filme ermöglichen den Zuschauer*innen, ihren eigenen Platz in der Welt besser zu verstehen und den Standpunkt anderer Menschen zu respektieren.

In diesem Jahr hat Carlo Chatrian, unterstützt von einem Auswahlgremium, 19 Filme für den Wettbewerb ausgewählt, darunter den Dokumentarfilm SUR L’ADAMANT / ON THE ADAMANT (Regie Nicolas Philibert) und zwei Animationsfilme, ART COLLEGE 1994 (Regie Liu Jian) und すずめの戸締まり / SUZUME* (Regie Makoto Shinkai).

6-Gewerke-Check 2023

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