SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin

Holz Wasser Luft

| Keine Kommentare

Es ist genau drei Monate her, dass ich meinen letzten Blogtext veröffentlicht habe („Warum arbeitet Ihr nicht mit Drehbuchautorinnen?“) und seitdem sind mehrere filmische und filmpolitische Texte und auch statistische Analysen in der Mache, die demnächst nach und nach erscheinen werden. Aber heute schiebe ich ein anderes Thema dazwischen.

Dann gieße ich heute Abend einen Baum.

Alle reden vom trockenen Sommer, reden vom Klimawandel, alle denken an die Umwelt – nein, natürlich nicht alle. Aber viele. Einige? Und viele machen sich Gedanken, tun was, verpflichten sich, keine Inlandflüge zu nutzen (auch wenn die billiger sind als die Bahn), haben kein Auto, verzichten soweit es geht auf Plastik und Einwegverpackungen, haben immer einen Einkaufsbeutel dabei (übrigens, auch wenn die Jutebeutel genannt werden, sie sind meistens aus Baumwolle), kaufen nur regionales Obst und Gemüse  und und und. Jetzt ist die Frage, ob das irgendetwas ändert und ob es die Umweltbelastung ausgleicht, die die SUV-Leute oder die jede-Woche-mindestens-6-Inlandflüge-Leute oder die nur-online-Shopper verursachen, oder ob es nur das eigene Gewissen beruhigt, oder ob es einfach eine grundsätzliche Haltung ist, letzten Endes auch inkonsequent, aber eine Richtschnur für den eigenen sozialen oder ökologischen Wunsch oder Anspruch. Keine Ahnung. Mir liegt „selbstbestimmt zumindest etwas tun“ näher als eine „es nützt ja sowieso nichts“-Einstellung. Aber das soll heute nicht wirklich das Thema sein.

Ein Straßenbaum wird gegossen.

In warmen Zeiten brauchen Straßenbäume je nach Alter 60-100 l Wasser die Woche. Foto: SchspIN

Und freue mich über Stadtbeete.

Denn ich möchte eigentlich nur kurz über Bäume sprechen und über Beete, und feststellen, dass Stadtgrün in welcher Form auch immer eine feine Sache ist. Und dass wir uns das auch aneignen können, auch die Verantwortung dafür. Bäume, Grünflächen,  Blumen, die sind gut fürs Stadtklima (Photosynthese!), und fürs soziale Klima. Auf einer Bank in einem kleinen Park oder neben einen Blumenkübel sitzen ist schöner als in einer Betonwüste. Allermeistens jedenfalls. Und wenn ich durch Berlin gehe oder radle oder laufe (urban running!) freue ich mich immer wieder über schöne Beete in Baumscheiben. Wie einfallsreich und aufwändig die teilweise bepflanzt werden. Manchmal ein kleiner Dschungel, manchmal ein buntes Sammelsurium, manchmal ein Blumenmeer, und manchmal ist es einfach nur Gras unter einem Baum, aber selbst das ist schöner als trockene graue Erde mit Müll- und Hundekackemosaik. In den allermeisten Fällen werden die Bäume und Beetpflanzen nicht den Gärtner*innen gehören (hab letztens beim Grünflächenamt angerufen: Die pflanzen die Bäume und befestigen sie mit Holzstangen, aber legen die Beete nicht an und sind auch nicht für deren Holz- oder Metalleinfassungen verantwortlich). Das machen irgendwelche Leute, die das aus eigener Tasche finanzieren und einfach losgärtnern. Klasse! Und es gibt noch viele Baumscheiben, die solche Pat*innen gebrauchen könnten. Bestimmt nicht nur in Berlin. Also falls Ihr so was in Eurer Straße habt, wie wär’s? Ich hab neulich auch damit angefangen, zuerst einfach nur, weil mir der Baum leidtat. Ich hab ihn letzten Sommer schon immer gegossen, und jetzt bekommt er ein Beet. Wie die meisten anderen in der Straße, das steckt an! Und wenn Ihr kein Beet machen wollt, dann gießt vielleicht einfach jetzt im Sommer den Straßenbaum vor Eurer Tür. Je nach Alter brauchen die Bäume 60 bis 100 Liter Wasser in der Woche. Das sind 6 bis 10 normale Putzeimer voll Wasser. Das kommt momentan nicht über den Regen zustande. Also helft mit! Und bitte schmeißt keinen Müll unter die Bäume, und auch keine Kippen.

In der folgenden Galerie habe ich ein paar Photos, die ich in den letzten Tagen zu Holz und Bäumen und Baumscheiben gemacht habe, zusammengestellt. Einfach das erste Bild anklicken und durchwandern. Alles weitere Textliche findet Ihr in den Bildunterschriften. Nicht wundern, es fängt an mit einer Ausstellung, in der ich letztens war. (und ich habe heute 19.7. noch drei Fotos ergänzt).

UMdieWELT

Und zum Schluss noch der Hinweis auf den Nachhaltigkeitspodcast „Zwei vor Zwölf“ von meiner lieben Kollegin Andrea Gerhard – hier entlang: klick!

Andrea spricht mit Prominenten, WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und UnternehmerInnen, die sich für ein grünes und nachhaltiges Leben einsetzen. Die Gespräche sollen inspirieren, Türen öffnen und zeigen, was WIR konkret machen können, um unseren eigenen Alltag klimafreundlicher zu gestalten. Und zwar easy und ohne Druck und Radikalität – aber effektiv.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.