SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin

Was wenn sie lebt.

Neue Kampagne #waswennsieLEBT.

  • Einleitung
  • #waswennsieLEBT.
  • Fallbeispiele: Almila Akad und Andrea Hofer (Tatort: FACKEL)
  • Fazit
  • Nachklapp Untersuchungsausschuss – Theorie, Hanau, FACKEL

Heute stelle ich meine neue Kampagne vor, drei Jahre nach #TauschdieAdjektive (20.6.23), sechs Jahre nach #mehralsLeichen (12.2.20) und neun Jahre nach #Augenauf Stereotype (16.2.17):

#waswennsieLEBT in bunten Buchstaben

 

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Einleitung

Auslöser für meine neue Kampagne war der Frankfurt-Tatort FACKEL vom 22. März. Wieder einmal mussten in einem Fernsehkrimi Frauen sterben, ohne dass das für die Handlung dramaturgisch zwingend war. Im Gegenteil, wären die beiden am Leben geblieben und so weniger stereotyp und einseitig, hätte, die Geschichte womöglich an Tiefe und Relevanz gewonnen und wäre weniger Raum für Vorurteile und Verschwörungserzählungen geblieben. 

Warum fällt Krimiautoren zu Frauenfiguren oft nichts anderes ein, als sie sterben zu lassen? Und nein, es ist nicht schlimm, wenn Autoren keine guten Frauenfiguren entwickeln können, – nur sollten sie dann idealerweise eine kompetente Koautorin dazu holen oder eine dramaturgische Beratung in Anspruch nehmen (zum Beispiel über VEDRA, den Verband für Film- und Fernsehdramaturgie).

Sie können auch einfach meinen neuen Vorschlag ausprobieren und alleine oder in interessierter Runde ein entsprechendes #waswennsieLEBT.-Brainstorming durchführen um die Figur zu verbessern. Hierbei wird nach alternativen Handlungsverläufen und Storylines gesucht für weibliche Figuren, die laut Treatment oder Drehbuch sterben sollen.

#waswennsieLEBT. 

Was ist, wenn eine Figur nicht stirbt? Was passiert stattdessen? Was müsste eventuell vorher anders laufen?

Ausgangspunkt ist zunächst ein Tod, der nicht mehr stattfindet. Von dort wird zeitlich rückwärts entwickelt beziehungsweise die bestehende Handlung der Figur hinterfragt.

Vielleicht überlebt sie den (Selbst-)Mord- oder Tötungsversuch oder Unfall? Was wenn es gar nicht erst zu dem Mordversuch kommt, welche Weichen müssten zuvor anders gestellt werden? Gab es schon einen Moment, der nicht ganz zu dem späteren Tod passte, wo man mit Veränderungen ansetzen könnte? Inwieweit wirkt sich ihr neues Ende – das Weiterleben – auf ihre Handlungen, Eigenschaften und Bedürfnisse aus? Was bedeutet das für andere Figuren und andere Handlungsstränge? Wie früh müssen Veränderungen in der Geschichte einsetzen?  Das als erste Impulse.

Die neue Kampagne richtig sich an Autoren und auch an Autorinnen, Redaktionen, Regisseur:innen und Schauspieler:innen

Wenn Ihr Eure Geschichten entwickelt, stellt Euch bei jeder Frau die Ihr sterben lasst diese Frage: was wenn sie lebt. Entwerft mindestens eine alternative Storyline mit einem anderen Ende. Wenn Ihr einen neuen Stoff vorgestellt oder angeboten bekommt und darin sterben Frauen, erwägt ergebnisoffen bei jeder einzelnen: was wenn sie lebt. Besprecht die Frage im Team, in der Redaktion, mit der Regie. Wenn Ihr eine ,sterbende Rolle’ spielen sollt, überlebt für Euch was wenn sie lebt, und ob es einen Weg gibt, das auch mit der Produktion / Regie zu erörtern. (ich weiß, gerade bei kleinen Rollen ist das wirklich nicht einfach!).

Wenn es Euch am Ende mehr überzeugt, dass die Figur stirbt, dann ist das so. Aber wenn es mehr Sinn macht, dass sie lebt und das die Geschichte verbessert, spannender, vielschichtiger, überraschender macht, dann schreibt das Drehbuch oder Treatment entsprechend um bzw. lasst es überarbeiten.

Tote Frauen sind nicht sexy. Und ein Kriminalfilm wird nicht zwangsläufig besser durch mehr Frauenleichen.

Hier das Kampagnen-Visual in bunt, und in schwarzweiß zum selber Ausmalen. Vielleicht wollt Ihr die Karte ausdrucken? Dann könnt Ihr sie auf Euren Schreibtisch legen oder an die Wand hängen in Eurem Büro oder wo auch immer Ihr Euer Drehbuch schreibt oder lest. Hinterfragt mit der Karte jeden Tod einer Frau in dem Krimi / Filmprojekt, besonders den von weniger differenzierten Nebenfiguren.Das kann sogar richtig Spaß machen!

Gemalter Schriftzug "was wenn sie LEBT" in Grautönen, bis auf das bunte Wort LEBT.

Gemalte, hohle Buchstaben: Was wenn sie LEBT.

Zu #waswennsieLEBT. biete ich auch Vorträge und Workshops an, für die Branche und darüber hinaus. (Experstieve – Gleichberechtigung & Vielfalt.)

Fallbeispiele aus einem TATORT

Zur Anschauung ein #waswennsieLEBT.-Brainstorm für die beiden toten Frauen im genannten Tatort FACKEL (Drehbuch Sebastian Heeg und Tom Schilling):

  • Almila Adak. Selbstmord durch Selbstverbrennung.
  • Andrea Hofer. Vermutlich ermordet, vermutlich als Selbstmord getarnt, wird nackt in einer Badewanne voll Wasser und Blut gefunden.

Was passiert in FACKEL?

Jahre nach einem verheerenden Hochhausbrand mit dreizehn Toten trifft <Haupt->Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovic) auf einer Mahnwache seine Ex-Freundin wieder. Almila (Seyneb Saleh) hat ihre Mutter in den Flammen verloren und kämpft seither unermüdlich für Gerechtigkeit. Das Hochhaus mit Sozialwohnungen stand binnen weniger Minuten in Flammen – womöglich aufgrund von billigem Dämmmaterial, das entgegen den Vorschriften verbaut wurde. Als ein Untersuchungsausschuss, der die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen soll, ergebnislos zu enden droht, bittet Almila Hamza um Hilfe. Die Ermittlungen führen Hamza Kulina und seine Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan), <Leiterin der Abteilung für Altfälle>, von einem mysteriösen Todesfall zu dem Geschäftsführer eines Baustoffkonzerns <Steffen Böttcher> (Stephan Luca) mit engen Verbindungen in die Politik. Doch je näher die Kommissare der Wahrheit kommen, desto größer wird die Gefahr – für ihre Ermittlungen und für sie selbst.
(Quelle ARD-Pressemappe. Eckige Klammern und Farb- bzw. Fettdruck von mir ergänzt)

Worum geht es in FACKEL?

Demokratie und Gewaltenteilung funktionieren nicht. Die Reichen kaufen Politik, Polizei, Staatsanwaltschaft und setzen einfache Leute unter Druck. Und sie kommen damit davon. Die wenigen, die sich gegen dieses System auflehnen, werden in den Tod getrieben oder resignieren. Die vierte Gewalt (die Medien) bleibt untätig. Es gibt keine Gerechtigkeit.

Wie endet FACKEL?

Die Auflösung des Falls wird am Ende mal eben aus dem Hut gezaubert: Kommissarin Azadi verhört die verdächtige Unternehmergattin Simone Böttcher (Katharina Heyer) und spricht dabei die persönliche Verbindung des Ehepaars Böttcher zum Materialgutachter Beetz und zu KHK Möller (Michael Schenk) an – auf die vorher gar nichts hingedeutet hatte). TATORT-konform verstößt die Ermittlung auch gegen Vorschriften (Stichwort DNS-Abgleich: Azadi entwendet heimlich einen Schal aus der Böttcher-Wohnung). Kollege Kulina hadert mit der Polizeiarbeit und dem Rechtssystem, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen. –

Es wirkt nicht so, als ob der Geschichte eine gründliche Recherche vorangegangen ist, z.B. bezüglich der Arbeit von Untersuchungsausschüssen oder Staatsanwaltschaften. Aber das ist ein anderes Thema.

Und nun endlich zu den beiden in FACKEL sterbenden Frauen:

Almila Adak (Seyneb Saleh)

Eine Hinterbliebene. Ihre Mutter Cemre Adak und zwölf weiteren Personen starben in dem fünf Jahre zurückliegenden Frankfurter Hochhausbrand (,Goliath-Brand’). Über die Mutter sagt Ermittler Kulina: „Sie hatte nur Almila und hat sich komplett für sie aufgeopfert.“ (?)

Almila Adak trifft am Rande einer Mahnwache von Hinterbliebenen ihren Ex-Freund Kommissar Kulina, wenige Tage bevor der Untersuchungsausschuss zum Goliath-Brand seine Arbeit beenden wird. Adak erwähnt, dass bereits ein Prozess stattgefunden hatte, – wobei unklar bleibt, wer gegen wen geklagt hat, wie lange der Prozess dauerte und wie er ausging. Bei diesem Prozess war Adak laut eigener Schilderung jeden Tag anwesend, allerdings nicht als Nebenklägerin (was sie als Angehörige hätte sein können), sondern lediglich als Zuschauerin. Sie fertigte beim gesamten Prozess bzw. vermutlich nur im öffentlichen Teil Tonaufnahmen an, was laut § 201 bzw. §201a StGB verboten ist, aber anscheinend niemandem bei Gericht aufgefallen war. Die Tonaufnahmen verschriftete Adak anschließend per Hand (!). Sie hatte beim Prozess bereits diverse Ungereimtheiten bemerkt, „Da sind so viele offene Fragen, auf die im Prozess nicht eingegangen wurde“ die sie aber offenbar mit niemandem geteilt hat, und auf die sie auch Kulina nicht hinweist, als sie ihm ihren Ordner mit den Originalen in die Hand drückt. 

Der Untersuchungsausschuss wurde vor fünf Jahren eingesetzt und arbeitet immer noch. (wobei es manchmal heißt „fünf Jahre“ und manchmal „seit einigen Monaten“). ,In drei Tagen’ soll das Ergebnis verkündet werden. ,Heute’, am Dienstag kommt noch ein Zeuge zu Wort, Steffen Böttcher, Geschäftsführer von Styvex, einem Baustoffkonzern, der das Dämmmaterial vertreibt, das den verheerenden Brand begünstigte. (Schon etwas überraschend, dass er nicht zu Beginn sondern erst am Ende der Untersuchungsausschussarbeit dran ist? Ebenfalls erstaunlich, dass er im Schlussbild vom Untersuchungsausschuss mit seinem Anwalt am Runden Tisch vom Untersuchungsausschuss sitzt – als Nicht-Parlamentarier?)

Almila Adak ist „fest entschlossen nicht aufzugeben, bis alle Verantwortlichen dieser sinnlosen Tragödie zur Rechenschaft gezogen wurden“. Sie und andere Hinterbliebene protestieren vor dem Parlamentsgebäude, in dem der Ausschuss tagt und gehen Böttcher verbal an. An den nächsten beiden Tagen werden die Bausenatorin und Angehörige angehört, bevor am Freitag Mittag eine Abschluss-Pressekonferenz stattfindet.

Wie Adaks ,unermüdlicher Kampf für Gerechtigkeit’ in den letzten fünf Jahren ausgesehen hat wird nicht beschrieben. Was sie sonst macht, wovon sie lebt, wir wissen es nicht. Nur, dass sie anscheinend keinen Zugang zu einem Computer – siehe handschriftliche Protokolle – und wenig Geld hat (das Geldbündel, das sie kurz vor ihrem Selbstmord Kulina zukommen lässt, sei alles, was sie besitzt – ich schätze das waren vielleicht 500 €. Oder mehr?).

Es erstaunt, dass Adak in den vergangenen fünf Jahren, zumindest seit Prozessende, nie mit dem befreundeten Kulina, der immerhin bei der Kripo arbeitet, über die Angelegenheit, speziell die Ungereimtheiten, gesprochen hat. Erst jetzt bittet sie ihn um Hilfe. Zum Glück haben Kulina und seine Kollegin Azadi aus der Altfälle-Abteilung gerade überhaupt nichts zu tun, und können sich deshalb zumindest für drei Tage mit Adaks Aufzeichnungen und sonstigen gesammelten Unterlagen befassen, Verdächtige und Zeugen vernehmen und anderes mehr.

Am Donnerstag Abend haben Kulina und Azadi ein Treffen mit ihrer Chefin Sandra Schatz (Judith Engel). Sie wollen Frau Böttcher festnehmen lassen und Frau Schatz soll die Staatsanwaltschaft informieren. Geht nicht, sie sagt: „Die zuständige Staatsanwältin wurde versetzt. Das Justizministerium wird frühestens am Montag einen Nachfolger benennen.“

Einschub: Das ist tatsächlich ziemlicher Quatsch. Alle Staatsanwälte und Staatsanwält:innen haben Vertretungen, für Krankheitsfälle, Versetzungen und was auch immer. Dies und mehr habe ich durch eine einfache telefonische Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt erfahren – von einem Staatsanwalt, der gerade einen anderen (den ich anrufen wollte) vertrat. Aber zurück zum TATORT. 

Kulina poltert: „Wenn die Justiz unsere Arbeit blockiert um einen Skandal zu vertuschen dann habe ich damit ein großes Problem!“ (ulkig ist auch, dass Kulina und Azadi am nächsten Morgen, wo es ja angeblich keine zuständige Staatsanwältin gibt, Frau Böttcher festnehmen. aber egal.) Das Problem löst er dadurch, dass er seiner Freundin Akad am Telefon „Die Wahrheit“ erzählt, nämlich: „Dass das hier alles eine riesengroße korrupte Scheiße ist. Und dass es manchmal keine Gerechtigkeit gibt.“ Etwas verwunderlich, weil die Turbo-Ermittlungen doch zu der Erkenntnis geführt haben, dass Frau Böttcher – gemeinsam mit Kriminalhauptkommissar Möller – vor fünf Jahren den Baumaterial-Gutachter Beetz ermordeten (Mord verjährt nicht!) und es als Selbstmord tarnten.

Nach Kulinas Anruf schreibt Almila in ihrer Wohnung auf einen Zettel: „Wer keine Stimme hat, dem bleibt nur die Tat.“

Etwas später bringt Kulina ihr den Ordner mit den Originalunterlagen zurück. Sie gibt ihm einen Brief: „Versprich mir, dass Du ihn erst morgen Abend lesen wirst.“ Er verspricht es, und natürlich liest er ihn eher, am nächsten – Freitag – Vormittag: „Wenn Du diese Zeilen liest bin ich nicht mehr da. Es tut mir leid, wenn ich Dir die letzten Tage Kummer bereitet habe (?), aber ich wollte nichts unversucht lassen. Gib den Brief mit der Stellungnahme an die Presse.“ (der ist auch in dem Umschlag, ebenso wie die erwähnten Geldscheine, die sind für die Hinterbliebeneninitiative) 

Akad verbrennt sich vor dem Eingang zu Styvex. Es ist kein Mensch in der Nähe. Auch dass sie sich auf den Boden setzt, sich Benzin überkippt und in Flammen steht sieht leider niemand (kein Pförtner, keine Überwachungskameras?). Kulina hat eine Ahnung, dass sie genau dort sein wird; nachdem er ihren Brief gelesen und sie in ihrer Wohnung nicht angetroffen hat eilt er zum Styvex-Gebäude. Er kommt zu spät, sie ist bereits tot.

Schlussszene: Azadi und Kulina legen jeweils eine Blume auf die Gräber der beiden Opfer Cemre und Almila Akad. Ob Hamza Akads Stellungnahme und Geld wie gewünscht an die Adressat:innen gibt sieht man nicht.

Das ist natürlich jetzt schwierig für Almila Adak (bzw. ihre Darstellerin Seyneb Saleh). Sie soll als „große Kämpferin für Gerechtigkeit“ glaubhaft machen, dass sie im Prozess keine Nebenklägerin war, fünf Jahre nichts Substanzielleres unternommen hat als Mahnwachen und Grabkerzen anzünden (?), weder mit einem Anwalt gesprochen hat (!), noch mit der Staatsanwaltschaft (es gab doch einen Prozess?). Es wirkt auch nicht so, als ob sie als Hinterbliebene im Prozess oder im Untersuchungsausschuss zu Wort gekommen sei. Zumindest wird das nicht erwähnt. Adak hat wie es aussieht auch nicht mit (Oppositions-)Politiker:innen gesprochen, dabei wäre ein Hausbrand, begünstigt durch fehlerhaftes Baumaterial und seine Folgen auch für die Umwelt ein Thema für Die Grünen, und die Macht der Konzerne etwas für die im Hessischen Landtag vertretene Partei Die Linke. Adak und vermutlich andere Hinterbliebene scheinen ebenfalls nicht mit kritischen oder anderen Journalist:innen gesprochen zu haben. Gab es die nicht in Frankfurt am Main? 

Soviel zur (Nicht-)Handlung. Aber jetzt!

Wenn Almila Adak am Ende des Krimis nicht stirbt, was könnte stattdessen passieren? #waswennsieLEBT.

Hier ein paar Ideen:

  1. Adak wird als sie sich gerade anzündet in letzter Sekunde gerettet, von Kulina. Der hat praktischerweise eine Brandschutzdecke in der Tasche (wurde ja für ihn anonym bei seiner Mutter abgegeben), erstickt die aufkommenden Flammen und ruft die Feuerwehr. Er ist so aufgebracht, dass er ins Büro seiner Chefin Frau Schatz stürmt, Dienstausweis und Dienstwaffe auf deren Schreibtisch knallt (beruflicher Cliffhanger!) und anschließend bei Adak am Krankenbett sitzt und stumm ihre Hand hält (privater Cliffhanger!). Abspann.
  2. Adak wird in letzter Sekunde gerettet vom Pförtner des Styvex-Gebäudes, der sie auf dem Überwachungsmonitor beobachtet hat, sie wird per Hubschrauber in das Schwerbrandverletztenzentrum Ludwigshafen verbracht (Frankfurt hat keins). Danach gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie es weitergeht, auch in Bezug auf Medien und Untersuchungsausschuss.
  3. Adak schreibt wie erwähnt „Wer keine Stimme hat, dem bleibt nur die Tat.“ auf einen Zettel. Aber sie plant keinen Selbstmord sondern baut Molotowcocktails (zeitgleich mit der abschließenden Pressekonferenz vom Untersuchungsausschuss). Die Brandsätze packt sie in ihren Rucksack und radelt davon. Wohin, wer weiß? Abspann. (Damit dies eintreten kann, müsste Adak zuvor natürlich weniger passiv / kämpferischer angelegt werden.)
  4. Adak plant keinen Selbstmord, ihre „Tat“ ist, dass sie gemeinsam mit der Angehörigeninitiative vor die Presse tritt und Ungereimtheiten vom Prozess sowie die neuen Erkenntnisse von Kulina (Stichwort Beetz und KHK Möller) publik macht.
  5. Adak plant keinen Selbstmord sondern geht zu einem befreundeten / ihr empfohlenen Anwalt, um die Firma Styvex, den Geschäftsführer Böttcher und seine Frau sowie KHK Möller anzuzeigen.
  6. Adak plant keinen Selbstmord sondern stürmt in die Abschlussbericht-PK vom Untersuchungsausschuss. Sie hat (handschriftliche!) Statements zum Verlesen und Verteilen vorbereitet, in denen sie Kulina und Azadi namentlich nennt, deren Untersuchungen vorstellt und Styvax / Böttchers sowie Müller als Täter nennt. Sie klagt Kulina genauso an wie ,das System’ (spannender Vertrauensbruch! Der Sinn macht, denn warum hatte sie in fünf Jahren keinmal mit ihm Kontakt?) Unterstützt wird sie von anderen Hinterbliebenen aus der Initiative. Tumult im Ausschuss, die Opposition beschimpft die Regierung, Overvoice von Radiokommentatorin, und darüber Schriftzug, der den Ausgang der Prozesse gegen die beiden Böttchers, Hofer (s.u.) und gegen KHK Möller listet. Optional: Dienstaufsichtsverfahren gegen Schatz, Kulina und Azadi.

Almila Akad könnte so (Vorschlag 1 und 2) zumindest der Vollendung der ewigen Opferrolle entkommen bzw. (Vorschlag 3 bis 6) eine deutlich interessantere und auch glaubwürdigere Figur werden (siehe „unermüdlicher Kampf für Gerechtigkeit“). Und der gesamte TATORT könnte aus der „Staat und Medien kann man nicht trauen, alle Institutionen sind korrupt und böse aber man kann dagegen nichts machen“-Verschwörungsnarrative heraustreten.

Die zweite sterbende Frau in FACKEL ist:

Andrea Hofer (Nadja Bobyleva)

Sie ist eine Laborantin in der Materialprüfung, ihr Kollege Rainer Beetz hatte das (Dämm-)Material Polysterol getestet und ein falsches Unbedenklichkeitsgutachten verfasst, wenn ich das richtig erinnere einige Jahre vor dem Hochhausbrand. Hofer war damals noch seine Assistentin, sie könnte ihm beim falschen Gutachten geholfen oder mindestens Kenntnis davon gehabt haben.

Beetz hatte sich angeblich umgebracht, ein halbes Jahr nach dem Gutachten. Das wäre eigentlich doch auch schon verdächtig und müsste das OK für den Baustoff in Frage stellen, aber das scheint wohl keinen Einfluss auf den angeblichen Prozess oder die Arbeit des Untersuchungsausschusses gehabt zu haben. Und jetzt kommt durch die Ermittlungen von Kulina und Azadi raus, dass es kein Selbstmord war sondern dass er ermordet wurde.

Um relativ hinten anzufangen: Hofer wurde von Azadi und Kulina aufgefordert, am nächsten Morgen um 7 Uhr (!) zu einer Vernehmung (als Zeugin?) ins Präsidium zu kommen. Nun ist es so, dass sie da gar nicht hingehen muss, sie muss auch nicht absagen. Aber das weiß Andrea Hofer vermutlich nicht. (Quelle fachanwalt.de)

Jedenfalls erscheint sie nicht zum Termin als Azadi und Kulina auf sie warten. Kulina sagt „Ich schick ihr ne Streife zur Wohnung.“ (warum? Keine Erscheinungspflicht hat) Es dürfte mittlerweile halb acht / dreiviertel acht sein. Wieso geht er davon aus, dass Hofer in ihrer Wohnung und nicht schon auf der Arbeit ist oder auf dem Weg dorthin? Als nächstes sieht man zwei Leute von der Polizei Hofers Türschloss aufbrechen und in die Wohnung stürmen. Hofer liegt tot und nackt in der Badewanne (weibliche Leichen werden in deutschen Krimis gerne nackt gezeigt, auch gerne mal im Wasser, aber das ist ein anderes Thema).

Was war vorher passiert? Hofer war von Azadi und Kulina im Labor ,besucht’ und zu Beetz befragt worden. Später kommt die Aufforderung zum Gespräch / Verhör im Präsidium am nächsten Morgen. Sofort kontaktiert Hofer den Styvex-Chef Steffen Böttcher per sms, der trifft sie etwas später mit ihr in seinem Auto. (Sehr ungeschickt übrigens, Hallo Spuren!) Er sagt u.a.: „In Deinem Fall wird Dich die Staatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit und fahrlässiger Tötung in 13 Fällen anklagen.“ Er duzt sie, sie siezt ihn. Sie ist völlig verängstigt und überfordert, wie sie überhaupt auch schon in den vorangegangenen Begegnungen mit Kulina und Azadi extrem nervös wirkte. Böttcher sagt: „Styvex wird Dich immer großzügig unterstützen, da kannst Du Dich hundertprozentig auf mich verlassen.“ Sie antwortet: „Mir geht es nicht ums Geld. Ich kann mit der Schuld nicht mehr leben.“ Warum sagt sie das, das ist dumm, denn er hat viel mehr zu verlieren als sie und wird das als Bedrohung empfinden. Oder vertraut sie ihm etwa? Unwahrscheinlich. Sie könnte zumindest ahnen, wie gefährlich Böttcher und seine Leute sind.

Nach dem Treffen geht Hofer nach Hause, auf der gegenüberliegenden Straßenseite wartet schon ein Auto, aus dem sie beobachtet wird. Als sie ins Haus tritt kommt jemand mit ins Haus. Kurz darauf klingelt angeblich die Polizei an ihrer Wohnungstür. Tatsächlich ist es jemand, der sie umbringt und das als Selbstmord in der Badewanne tarnt.

Wenn Andrea Hofer Adak am Ende des Krimis nicht tot und nackt in der Badewanne liegt, was könnte stattdessen passieren? #waswennsieLEBT.

  1. Hofer wird nicht umgebracht sondern verschleppt. Es macht auch aus Sicht der ,Bösen’ mehr Sinn, wenn sie von der Bildfläche verschwindet und man nichts genaues weiß. Der Badewannenselbstmord – zumal nach dem angeblichen Selbstmord von Beetz – würde einfach nur deutlich darauf hinweisen, dass mit dem damaligen Materialgutachten etwas nicht stimmte. Die Entführer könnten eine gefälschte Nachricht an Azadi / Kulina schicken: „Entschuldigung, ich muss aus dringenden persönlichen Gründen für eine Woche verreisen, melde mich hinterher bei Ihnen“. Und wenn noch genug Zeit im Tatort ist könnte man die entführte Hofer sehen wie sie versucht, zu entkommen oder mit den Bewachern zu verhandeln. Das böte auch die Gelegenheit, Plotunklarheiten zu klären – dann müsste nicht alles in das Azadi-Böttcher-Verhör gepackt werden.
  2. Nach dem Treffen mit Böttcher im Auto ist Hofer auf der Flucht ohne noch einmal nach Hause zu gehen Man sieht sie am Frankfurter Hauptbahnhof in einen Nachtzug nach Zürich steigen.
  3. Nach dem Treffen mit Böttcher geht Hofer zu ihrem Freund, der Türsteher in einem angesagten Szeneclub ist, und liest online Stellenangebote in Österreich. Am nächsten Morgen lässt sie sich telefonisch krankschreiben und legt sich wieder zu ihrem Freund ins Bett.
  4. Andrea Hofers Tante ist Staatsanwältin in Darmstadt (oder ihr Bruder arbeitet im Archiv der Frankfurter Staatsanwaltschaft). Sie ruft sie / ihn an und erkundigt sich, wie das mit der Kronzeugenregel geht, denn sie möchte sich stellen und gegen Steffen Böttcher aussagen. Sie verabreden sich für den nächsten Tag und Hofer erhält den Rat, nicht nach Hause zu gehen sondern die Nacht in einem Hotel zu verbringen. (Das mit der Staatsanwaltschaft-Verwandtschaft wäre auch kein größerer Zufall als wenn Azadi mal eben im Verhör von Frau Böttcher sagt, dass Beetz auf dem selben Sportinternat war wie sie und ihr Mann. Oder noch schlimmer: dass der korrupte Kommissar Herr Möller zufälligerweise Frau Böttcher vom Gestüt kennt. Woher weiß Azadi eigentlich das alles? Es wurde vorher nie angedeutet (Pferdeposter an Möllers Pinwand? Gruppenfoto vom Sportinternat bei Böttchers im Badezimmer?). Oder hab ich das übersehen? Frau Hofer ist ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Da könnte man eher und weniger irritierend fürs Publikum eine verwandte Staatsanwältin auftauchen lassen.
  5. Hofer macht die Tür nicht auf als er klingelt. Stattdessen ruft sie die Polizei an und fragt, ob die jemanden geschickt haben. „Nein. Nicht die Tür öffnen. Sollen wir jemanden vorbei schicken?“
  6. Das Eindringen des Unbekannten bzw. der Mordversuch werden nicht gerade geräuschlos gelaufen sein. Vielleicht gibt es in dem Moment, als der ,Polizist’ in ihre Wohnung kommt ein Gerangel, ein Nachbar klopft an die Wand „was soll der Lärm?“ oder tritt die Tür ein (das kann nicht nur Kulina), Der ,Polizist’ flieht, oder Hofer rennt weg, z.B. zu ihrem kräftigen Türsteher-Freund.

Solche Varianten könnten helfen, Andrea Hofer weniger eindimensional und passiv zu gestalten. Denn in FACKEL ist sie primär die verschreckte Maus, das Opfer. Da wäre es umso überraschender und auch befriedigender, wenn sie sich auf einmal wehrt, und die Hilfe Anderer sucht. Damit hätte auch die gesamte Geschichte eine Chance, besser zu werden als diese „alle Bösen kommen durch“-Anklage.

Übrigens, Ich habe mehrere Rezensionen zu FACKEL gelesen, in denen Akads Selbstverbrennung als überflüssig oder ähnliches bezeichnet wurde. In Onlinekommentaren hieß es oftmals „beeindruckendes“ oder „starkes Ende“ (?!). Der Mord an Hofer wurde gar nicht erwähnt. Im Tatort Schnellcheck der Stuttgarter Nachrichten wird die „Zahl der Leichen“ für diesen TATORT mit 15 angegeben. Also 13 vom Hochhausbrand, und dazu Beetz und Akad? Was ist mit Hofer?

Fazit

Je mehr ich mich mit #waswennsieLEBT. beschäftige umso positiver und spannender finde ich den Ansatz. Er tut der Figur gut, die nicht stirbt und neue Tiefe bekommen kann – was nebenbei auch schön für die Schauspielerin ist, denn so kann sie noch weitere Farben spielen. Und er tut dem Krimi gut, denn es sind am Ende weniger Leichen, stattdessen mehr Figuren mit eventuell besserer eigener Storyline (die über ,Opfer, stirbt’ hinaus geht). Außerdem wird der Kern des TATORTs womöglich durch die Veränderung einer Figur gefordert und besser.    (Oder sogar mehrerer. Ich stelle mir gerade den FACKEL-Tatort vor, wenn Akad und Hofer nicht die passiven Opfer sind als die sie geschrieben und inszeniert wurden. Regie Rick Ostermann)

Selbst wenn es am Ende doch nicht zu der grundlegenden Änderung kommt, und die Figur sterben muss, kann allein der waswennsieLEBT-Prozess etwas bringen.

Ich freue mich schon auf die ersten #waswennsieLEBT.-Workshops, bei denen wir neue Ideen für die nun weiterlebende Figur entwickeln und abwägen können. (Kontakt)

Nachklapp Untersuchungsausschuss – Theorie, Hanau, FACKEL 

Wen es interessiert, ich habe einiges recherchiert und das teile ich gerne mit Euch:

Theorie

Zunächst aus dem Handbuch Politisches System der Bundeszentrale für Politische Bildung:

In der klassischen Gewaltenteilungslehre gilt der Untersuchungsausschuss als das schärfste Instrument, mit dem das Parlament die Regierung kontrollieren kann. Unter den Bedingungen eines parlamentarischen Regierungssystems wird es allerdings in erster Linie von der Opposition genutzt. (….) zielen Untersuchungsausschüsse darauf, üblicherweise bereits abgeschlossene, mutmaßlich problematische Sachverhalte aus den Bereichen von Regierung, Verwaltung oder Parlament zu untersuchen. (…) Die Möglichkeit, einen solchen Ausschuss einzurichten, findet sich in den Verfassungen sowohl des Bundes als auch der Bundesländer. Der Untersuchungsauftrag muss sich auf einen Bereich beziehen, für den das jeweilige Parlament die Zuständigkeit besitzt. (…) Die Arbeit eines Untersuchungsausschusses darf nicht mit einem gerichtlichen Verfahren verwechselt werden.
Dem Untersuchungsausschuss gehören ausschließlich Abgeordnete an, die die Fraktionen nach ihrem Stärkeverhältnis benennen. Der Vorsitz, der ebenfalls nach Fraktionsstärke besetzt wird, leitet die Arbeit des Ausschusses. Der Ausschuss kann mit einer Zweidrittelmehrheit einen Ermittlungsbeauftragten bestimmen, der Vorarbeiten erledigt. Die Beweiserhebung erfolgt grundsätzlich in öffentlicher Sitzung, Beratung und Beschlussfassung hingegen nicht. Die Arbeit endet mit einem Abschlussbericht an den Bundestag, über den der Ausschuss mit Mehrheit abstimmt. Abweichende Sichtweisen können in Sondervoten dokumentiert werden.

Hanau

Die Macher des TATORTs haben sich teilweise in Interviews u.a. auf die Attentate von Hanau bezogen (und auf den Londoner Grenfell Tower Hochhaus-Brand aus dem Jahr 2017). Der Untersuchungsausschuss UNA 20/2 des Hessischen Landtags zu den Morden im Hanau vom 19.2.20 tagte das erste Mal am 3.12.21, in öffentlicher Sitzung.

„Der Ausschuss soll helfen, Fragen zu den rassistisch motivierten Morden in Hanau vom 19. Februar 2020 zu beantworten. Beantragt hatten den Untersuchungsausschuss die Oppositionsfraktionen von SPD, Freien Demokraten und Linkspartei (20/6079). Die Regierungsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dem Antrag zu; die AfD votierte dagegen.“ (Antrag)

Der Abschlussberichtsentwurf wurde knapp zwei Jahre später, in der 42., nichtöffentlichen Sitzung im November 2023, im Ausschuss beraten. (Top 1: Beratung und Beschlussfassung über den Entwurf des Abschlussberichts und möglicher Sondervoten). 

„Sondervoten wurden von der Linken eingereicht, die bei den Beratungen vor dem Beschluss nicht dabei war, sowie von AfD und FDP. Die SPD soll folgen.“ (Hanau-Ausschuss: Mehrheit für weite Teile des Abschlussberichts. von Gregor Haschnik, FR 17.11.23).

Am 5.12.23 wurde der endgültige Abschlussbericht vom Hessischen Landtag verabschiedet.

Im gemeinsamen Vorwort bitten die Fraktionen von CDU, SPD, Grüne und FDP die Überlebenden des Anschlags vom 19. Februar 2020 und die Angehörigen der neun aus fremdenfeindlichen Motiven Ermordeten um Entschuldigung, „weil es den staatlichen und kommunalen Behörden nicht gelungen ist, sie davor zu schützen, Opfer eines rassistischen Anschlags zu werden.“
(…) Dem Dokument hängen von SPD, AfD, FDP und Linke jeweils eigene abweichende Berichte an.
(Evangelische Zeitung)

Der Bericht war 750 Seiten dick und enthielt 60 Handlungsempfehlungen:

Davon entfällt ein Großteil in die Zuständigkeit des Innenministeriums. Das Innenministerium hat den Bericht ausgewertet und die Umsetzung der Handlungsempfehlungen in die Wege geleitet. Gut sechs Monate nach der Veröffentlichung des Abschlussberichts hat Innenminister Roman Poseck heute in Wiesbaden einen Überblick über den Umsetzungsstand gegeben. (hessen.de)


Ausführliche, wenn auch nicht ganz vollständige Tagesinfos zum Untersuchungsausschuss gibt es auch bei der Initiative 19. Februar Hanau.

FACKEL

Sehr anders der Untersuchungsausschuss im Tatort FACKEL. Wunderlichkeiten wie die Anhörung von Styvex-Geschäftsführer Böttcher kurz vor Ende und dass Böttcher und sein Anwalt im Untersuchungsausschussrund sitzen habe ich bereits angesprochen, auch wie schnell nach den letzten Zeugenanhörungen das ,Ergebnis‘ bekanntgegeben wird. Ohne Beratungen usw. Fünf Jahre nach dem Brand und nach fünf Jahren Laufzeit des UA, oder nach ein paar Monaten (da ist der TATORT sehr ungenau, beide Zeiträume kommen in Dialogen vor):

Offstimme: „…gilt der Fall nun als offiziell abgeschlossen. Das Ergebnis: es habe sich um eine Verkettung tragischer Ereignisse gehandelt. Ein Zusammenspiel mehrerer unglücklicher Umstände, die dann letztlich zu der Katastrophe führten“.

Echt, das ist alles? Wir erfahren nicht, was den Brand ausgelöst hat (Beim Hochhaus Grenfell war es ein defekter Kühlschrank). Nichts über die ,mehreren unglücklichen Umstände*. Nicht ob die Notrufzentralen thematisiert wurden (siehe Eröffnungsszene FACKEL, und auch Grenfell) und dort Fehler gefunden wurden, ob die Rettungskräfte und die Polizei richtig gehandelt haben und und und. Vielleicht ein paar Handlungsempfehlungen? Fehlanzeige.

Und nein, „der Fall“ dürfte nicht abgeschlossen sein. Auch nach dem Hanau-UA wurden noch Klagen eingereicht (z.B. diese, die allerdings scheiterte). In FACKEL könnte – und müsste – der Mord an Beetz und auch der an Hofer vor Gericht verhandelt werden, und im Zusammenhang damit die Rolle von Ehepaar Böttcher und KHK Möller. Aber das würde wohl nicht zum düsteren Ton des Krimis passen.

Und ja, mir ist bewusst, dass auch der FACKEL-Tatort fiktional ist und keinen dokumentarischen Anspruch hat. Trotzdem bleibt meine Kritik an der Anlage der Figuren Adak und Hofer, an den vielen inhaltlichen Schwächen und der wirklich unerfreulichen Grundverschwörungstendenz.

Nächstes Mal bitte #waswennsieLEBT. ausprobieren.

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