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Gedanken einer Schauspielerin

5. Oktober 2020
von SchspIN
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WIFT und SchspIN zu 50 Jahre TATORT. Folge 4: Kamera

Exklusiv für WIFT Germany betrachte ich die Liste der 50 potenziellen Wunsch-Tatorte in der Sommerpause (siehe ARD-Webseite) zum 50. Geburtstag dieser Sonntagabendkrimireihe mit der Filmfrauenlupe. Die Texte erschienen zunächst über die sozialen Kanäle von WIFT Germany bei Instagram und Facebook, anschließend etwas ausführlicher hier.

Kamera: TATORTE brauchen mehr Frauen-Blick

Macht es einen Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau für die Bildgestaltung eines Krimis verantwortlich ist? Entsteht der weibliche oder männliche Blick (auch) durch die Kameralinse? Und wer entscheidet über die Besetzung dieser Teamposition?

Die ersten beiden Fragen lassen sich mit Ja, bzw. Ja auch beantworten. Die dritte Antwort ist weniger eindeutig, mal darf die Regie aus einer Vorschlagsliste auswählen, mal jemanden mitbringen und mal wird jemand quasi vorgegeben. Klarer ist, wer durch die TATORT-Linsen blickt, es sind überwiegend Männer. Das ist angesichts 75 % männlicher Kameraabsolventen an den Filmhochschulen vielleicht nicht so überraschend, etwas anderes allerdings schon.

Nehmen wir die 50 Wunschtatorte, hier finden sich lediglich drei mal Kamerafrauen, das sind 6 % der DoP‘s: Christine A. Maier (BOROWSKI UND DAS MEER und ANGEZÄHLT) und Birgit Gudjonsdottir (FRÜHSTÜCK FÜR IMMER). Sie teilen sich ein kleines Stückchen Kuchen, – und sie arbeiteten alle in Filmen von Regisseurinnen (2 x Sabine Derflinger und 1 x Claudia Garde). Die vierte Regisseurin, Christine Hartmann (TODESBRÜCKE) und die 46 Regisseure hatten Männer hinter der Kamera.

Wollen oder können Männer nicht mit Kamerafrauen arbeiten? Oder zumindest nicht in quotenstarken Filmen? Ein Vergleich bringt Aufschluss: Weiterlesen →

8. September 2020
von SchspIN
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WIFT und SchspIN zu 50 Jahre TATORT. Folge 3: Drehbuch

Exklusiv für WIFT Germany betrachte ich die Liste der 50 potenziellen Wunsch-Tatorte (siehe ARD-Webseite) zum 50. Geburtstag dieser Sonntagabendkrimireihe mit der Filmfrauenlupe. Die Texte erschienen zunächst über die sozialen Kanäle von WIFT Germany bei Instagram und Facebook, anschließend etwas ausführlicher hier.

Herrentorte für die TATORT-Drehbücher

Die Wunschtatorte

Bei den 50 Wunsch-Tatorten machen die Drehbuchautorinnen 15,2 % aus, das sind zwei Stück Torte, ein normales und ein etwas kleineres. 5 TATORTE wurden von Frauen geschrieben: TODESBRÜCKE von Frauke Hunfeld (Berlin 2005), IM TOTEN WINKEL von Katrin Bühlig (Bremen 2018), DER FALL REINHARDT von Dagmar Gabler (Köln 2014), FRÜHSTÜCK FÜR IMMER auch von Katrin Bühlig (Leipzig 2014) und VERSCHLEPPT von Khyana el Bitar und Dörte Franke (Saarland 2012). Dazu vier weitere Folgen mit FrauMann-Schreibduos. Die übrigen 41 Tatorte stammen von Männern. Das heißt die absolute Mehrheit der Geschichten, der Episodenfiguren, der Dialoge haben sich Männer ausgedacht.

Das ist aber kein Phänomen, das nur die quotenstärkeren TATORTE, die ja als potenzielle Wunsch-TATORTE gelistet sind, betrifft. Einen ähnlich niedrigen Frauenanteil weisen die TATORT-Drehbücher 2011 bis 2019 mit einem Durchschnittswert von 14,9 % auf. Dieses frappante Ungleichgewicht brachte im Frühjahr 2019 Drehbuchautorinnen auf den Plan, die die Initiative Tatort: Drehbuch gründeten und sich in einem offenen Brandbrief an die ARD-Sender wandten. Hierin forderten sie unter anderem eine formatübergreifende Drehbuch-Quote von 50/50 bis 2021, und sie kündigen die Initiierung eines Runden Tischs für einen gemeinsamen Handlungsplan 2019 bis 2021 an. (siehe auch Warum arbeitet Ihr nicht mit Drehbuchautorinnen?). Die Antwort, dass nur nach künstlerischer Qualität entschieden würde und sich Kreativität nicht quotieren lasse, erklärt nicht wirklich die enorme zahlenmäßige Diskrepanz zwischen Autorinnen und Autoren. Die Tatort: Drehbuch-Frauen schrieben im November 2019 einen weiteren Offenen Brief, der bislang leider noch nicht viel Resonanz bekam. Weiterlesen →

28. August 2020
von SchspIN
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WIFT und SchspIN zu 50 Jahre TATORT. Folge 2: Regie

Exklusiv für WIFT Germany betrachte ich die Liste der 50 potenziellen Wunsch-Tatorte (siehe ARD-Webseite) zum 50. Geburtstag dieser Sonntagabendkrimireihe mit der Filmfrauenlupe. Die Texte erschienen zunächst über die sozialen Kanäle von WIFT Germany bei Instagram und Facebook, anschließend etwas ausführlicher hier. 

Fokus TATORT-Regie

Die Wunschtatorte

Auch in der Regie der 50 Wunsch-TATORTE reicht der Frauenanteil (8 %) wieder nur für ein knappes Stück unserer 12-teiligen Geburtstagstorte. Ganze vier TATORTE wurden nicht von Männern umgesetzt: TODESBRÜCKE (Berlin 2005) – Regie Christine Hartmann, ANGEZÄHLT (Wien 2013) – Regie Sabine Derflinger, BOROWSKI UND DAS MEER (Kiel 2014)– Regie Sabine Derflinger und FRÜHSTÜCK FÜR IMMER (Leipzig 2014) – Regie Claudia Garde.

Im Vergleich: Die TATORTE 2011-19

Ein Blick in meine mittlerweile neun Jahre TATORT-Auswertungen zeigt, dass der Regisseurinnenanteil von 2011 – 15 im Mittelwert mit 8,7 % ähnlich niedrig ist. Danach lässt sich allerdings ein zaghafter Trend nach oben erkennen. Der Mittelwert 2016 – 19 liegt bereits bei 17 %. Dem vorausgegangen waren 2014 der Erste Diversitätsbericht des BVR Bundesverband Regie für 2010-13 und die Gründung von Pro Quote Regie. (Zudem der Beginn meiner Analysen, das Blog SchspIN ging 2013 an den Start).
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17. August 2020
von SchspIN
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WIFT und SchspIN zum 50. Geburtstag vom TATORT. Folge 1

WIFT Germany und SchspIN

Mit großer Freude kann ich berichten, dass das deutsche Chapter von Women in Film and Television, WIFT Germany, mich zum Ehrenmitglied ernannt hat. Herzlichen Dank für diese große Auszeichnung!

Mit WIFT Germany und auch WIFT UK arbeite ich seit Jahren immer wieder zusammen. Das erste Mal war glaube ich vor sechs Jahren, als im Januar 2014 im Grünen Salon der Volksbühne Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wer spielt im deutschen Fernsehen eine Rolle? Frauenbild zwischen Fernsehrealität und Wirklichkeit“ stattfand, veranstaltet von WIFT Germany. Ich war auch dabei, und lieferte Zahlen und Gedanken aus meinem Blog (Bericht zur Veranstaltung: Die Geduld der Frauen ist die Macht der Männer.).

Im aktuellen WIFT Germany-Newsletter vom 11.8. heißt es nun u.a.:

Belinde Ruth Stieve ist neues WIFT Ehrenmitglied
Die Schauspielerin und Expertin für Genderfragen in Film und TV schreibt in ihrem Blog „Schpin- Gedanken einer Schauspielerin“ schon seit vielen Jahren über die Situation der Frauen in der Branche. Wir freuen uns auf ihre Beiträge zum 50 jährigen Jubiläum des deutschen Kultkrimis „Tatort“, in dem es zwar viele weibliche Leichen aber wenige weibliche Filmschaffende gibt.

In der Tat, exklusiv für WIFT Germany werde ich die Liste der 50 potenziellen Wunsch-Tatorte (siehe ARD-Webseite) zum 50. Geburtstag dieser Sonntagabendkrimireihe etwas genauer mit der Filmfrauenlupe betrachten. Die Texte erscheinen zunächst über die sozialen Kanäle von WIFT Germany bei Instagram und Facebook, und anschließend etwas ausführlicher (und mit mehr Abbildungen) hier in meinem Blog SchspIN – Gedanken einer Schauspielerin. Weiterlesen →

12. Juni 2020
von SchspIN
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Carpe Temporem – Nutzt die Zeit!

Die Filmbranche im Corona-Stillstand

Seit Wochen und Monaten haben wir – mittlerweile abgeschwächt – Corona-Alarm und den Corona-Stillstand, oder wie auch immer diese Phase im Nachhinein genannt wird. Die Film- und Fernsehbranche stand lange Zeit still, befand sich in einer Art Wartemodus, noch mehr Schauspieler*innen als sonst waren und sind ohne Arbeit. Nur vereinzelte Produktionen wurden fortgesetzt, z.B. der Dresden TATORT („Rettung so nah“), Vorabendserien wie NOTRUF HAFENKANTE und Telenovelas wie STURM DER LIEBE und ROTE ROSEN. Allmählich beginnen jetzt auch weitere Produktionen, allerdings immer noch mit der großen Unsicherheit, wie die Gesundheit aller Beteiligten geschützt werden kann (siehe auch Dreh unter Corona: Wie war das mit der Solidarität?) und ob sie tatsächlich an erster Stelle steht und mit der Frage, wie viele Szenen umgeschrieben, wie viele Auflösungen und Regieeinfällen verändert werden müssen.


Nutzt die Zeit! Gelegenheiten und Chancen

Es war und ist natürlich völlig in Ordnung, in diesem Stillstand gar nichts zu tun außer Spazieren zu gehen und Schokolade zu essen. Oder sich um die Familie zu kümmern oder einfach nur mit dem Alltag klarzukommen (so etwas einfaches und sinnvolles wie Abstandsregeln zu beachten scheint viele Mitmenschen zu überfordern oder zu provozieren, das kann so zu nicht unerheblichem Stress führen). Weiterlesen →

24. März 2020
von SchspIN
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Fernsehkrimis – Die Jury sind wir!

Betrachtungen zum Deutschen FernsehKrimi-Festival 2020

Ich habe es bereits in meinem letzten Blogtext (Wenn ich ein Bundesverdienstkreuz hätte…) erwähnt, Anfang März gehörte ich der Wettbewerbsjury des Deutschen FernsehKrimi Festivals an, das vom 1. bis 8. März in Wiesbaden stattfand. Während wir dort im Caligari-Kino saßen hörten wir von der Absage der Leipziger Buchmesse und anderer Veranstaltungen, von beginnenden Hamsterkäufen in Berlin und sonstwo, und anwesende Produzenten äußerten ihre Sorge, dass sie womöglich geplante Dreharbeiten verschieben müssten. Das kommt mir jetzt schon sehr lange her vor, dabei sind es grad mal drei Wochen.

Die Wettbewerbsjury

Im Januar fragte mich Festivalleiterin Cathrin Ehrlich, ob ich Lust und Zeit hätte, ehrenamtlich in der Festivaljury mizuarbeiten. Nun wissen regelmäßige Leser*innen meines Blogs vermutlich, dass ich mich zwar statistisch und inhaltlich mit Krimis beschäftige, aber dass ich – wie sicher sehr viele von uns – ziemlich krimimüde bin, einfach weil bei uns viel zu viele in deutschsprachigen Ländern produzierte oder im Ausland eingekaufte Krimifilme und -serien ausgestrahlt werden. Frau Ehrlich wollte mich trotzdem oder gerade deshalb, egal, jedenfalls sagte ich nach kurzer Bedenkzeit zu. Ursprünglich sollten wir zu fünft sein, aber am Tag der Anreise sagten leider Schauspielerin Chiara Schoras und Drehbuchautor Sascha Arango aus gesundheitlichen Gründen ab (hoffe, Ihr seid wieder völlig fit!). Übrig blieben Max Annas, Schriftsteller und Krimistipendiat der Stadt Wiesbaden, Schauspielkollege (und Stuttgart TATORT-Kommissar) Felix Klare und ich. Uns oblag es, die zehn Wettbewerbsfilme zu sichten und vier Preise zu vergeben. Der Krimi, den wir als Besten Film auszeichneten (s.u.), hat morgen (Mittwoch 25.3.) seine Fernsehpremiere, das nehme ich zum Anlass für diesen Text.

Krimifestivaljurymaterialien (Foto BRS): Die kleinen schwarzen Hefte bekamen wir vom Orgateam, für unsere Notizen zu den Filmen. Sascha Arango und Chiara Schomas fehlten leider in unserer Jury.

Die zehn Filme im Wettbewerb

Aus den 68 Fernsehkrimis, die sich für den Wettbewerb beworben hatten, wählte eine achtköpfige Vorjury zehn Filme aus. Es sind, in der Reihenfolge wie sie auf dem Festival liefen: Weiterlesen →

20. März 2020
von SchspIN
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Wenn ich das Bundesverdienstkreuz hätte…

Räumliche Isolation bedeutet nicht soziale Isolation. Es gibt ausreichend Medien (z.B. den Berliner Tagesspiegel und Deutschlandfunk Kultur), Berufsverbände, Fachzeitschriften und Blogs, (u.a. outtakes mit zZt. täglich zusammengestellten Brancheninfos), Einzelpersonen u.v.a., die vernünftig und umfassend über Corona / Covid-19, notwendige Vorsichtsmaßnahmen und Hilfe für direkt und indirekt Betroffene berichten. Die Berliner Charité hat die CovApp entwickelt, mit der Ihr „innerhalb weniger Minuten einen Fragenkatalog beantworten und daraus spezifische Handlungsempfehlungen erhalten“ könnt. Deshalb an dieser Stelle nur: bleibt möglichst gesund und gelassen! Wascht Eure Hände (und die Displays Eurer Händies) und haltet Abstand. Schützt Euch und andere, helft wo Ihr könnt, belohnt Euch mit den Coronavirus Reward Stickers zum Ausmalen von Gemma Correll und nutzt die Rückzugszeit auch zum Lesen, zum Beispiel von meinem Blog. Herzliche Grüße, BRS

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Wenn ich einen Bundesverdienstorden hätte…

… wäre dies der Moment, ihn zurückzugeben.

Am Freitag, den 6. März 2020 bekamen vierzehn Frauen und fünf Männer von Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch Bundesverdienstorden oder Bundesverdienstkreuz genannt, die höchste Auszeichnung unseres Landes. In der Pressemitteilung 77 der Bundesregierung heißt es:

„Kurz vor dem Weltfrauentag werden viele Frauen für ihre herausragende künstlerische Vermittlungsarbeit sowie Frauen und Männer für ihr Engagement für mehr Geschlechtergerechtigkeit geehrt. Kulturstaatsministerin Grütters würdigte die 14 Ordensträgerinnen und fünf Ordensträger als „beherzte Streiterinnen und Streiter für faire Chancen sowie als erfolgreiche Vorbilder, um Frauen in Kultur und Medien zur eigentlich selbstverständlichen Gleichstellung zu verhelfen. Mit ihrem Engagement machen sie sich alle gemeinsam dafür stark, dass großartige Kultur- und Medienfrauen die ihnen gebührende Wertschätzung bekommen.“
Grütters weiter: „An der Spitze von Kultureinrichtungen und Medienunternehmen, in Gremien und Jurys, sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Seit Beginn meiner Amtszeit setze ich mich deshalb dafür ein, die Parität der Geschlechter auf allen Ebenen in Kultur und Medien zu verbessern.“

Bundesverdienstorden / Order of Merit, Germany

Auch in der hessischen Ferne erreichte mich diese Meldung (ich war Jurymitglied beim Deutschen Fernsehkrimifestival, darüber mehr nächste Woche), gleich mehrere Kolleg*innen, Freund*innen und Bekannte aus der Filmbranche simsten und mailten mir. Die am häufigsten verwendeten Worte waren allerdings: Weiterlesen →

6. März 2020
von SchspIN
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Kommentar im Politischen Feuilleton von Deutschlandfunk Kultur

Am 1. Februar hörte ich im Radio mit halbem Ohr die Literatursendung LESART auf Deutschlandfunk Kultur. Mein Eindruck, dass es sich um eine ziemliche Männersendung handelte, wurde durch einen Blick in das Programm bestätigt, und ich twitterte mein Unverständnis über die Einseitigkeit: keine Autorinnen, keine Rezensentinnen, 0 Frauen, 7 Männer:

Einige Wochen später wurde ich von Tarik Ahmia von der DLF Redaktion Hintergrund Kultur und Politik kontaktiert, der mich um einen Kommentar für das Politische Feuilleton bat. Empfohlen worden war ich ihm von der LESART-Redaktion, die auch meinen Tweet bereits reagiert hatten: Wir bemühen uns um ein vielfältiges, ausgewogenes Programm, auch bei der Frage nach dem Geschlecht von Autoren / Autorinnen und Rezensentinnen / Rezensenten. Zu unserem Bedauern lässt sich das aber im Tagesgeschäft nicht immer umsetzen. Wir sind dran!“ Weiterlesen →

12. Februar 2020
von SchspIN
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Neue Kampagne #mehralsLeichen

Krimis – Schauspielerinnen können mehr als Leichen spielen

Das deutsche Fernsehen ist bekanntlich recht krimiaffin. Immer mehr Formate, Reihen und Einzelfilme dieses Genres werden produziert, die immer seltener ohne in Szene gesetzte brutale Morde und Leichen in Großaufnahme auskommen. Dass ein spannender und unterhaltlicher Krimi auch anders geht erzähle ich am Beispiel einer schwedischen Miniserie, einem Gegengewicht zu den Filmen, die mit einer brutalen Vergewaltigung oder dem Fund einer jungen, hübschen, misshandelten, toten Frau beginnen. Schauspielerinnen können mehr als Opfer spielen.

Zwei Verbrecherinnen und zwei Leichen im Off

Durch Zufall – denn die Filme und Serien, die arte in der Mediathek bereit hält werden leider zu wenig beworben – entdeckte ich kurz vor Ende der Laufzeit NUR EIN BANKRAUB / ENKELSTÖTEN. Die 6-teilige schwedische Serie (je 44 min.) von Felix Herngren basiert auf dem Roman ENKELSTÖTEN: PSYKOLOGISK THRILLER des schwedischen Autors Tomas Arvidsson (*1941), der nicht auf Deutsch erschienen zu sein scheint. Wie mir ein freundlicher Mitarbeiter der schwedischen Botschaft in Berlin – dessen Namen ich leider nicht mitbekommen habe – erzählte bedeutet Enkelstöten ,Einfacher Stoß‘. Es gibt auch noch DUBBELSTÖTEN und TRIPPELSTÖTEN von Arvidsson.
Der Mitarbeiter freute sich sehr, als er kurz die schwedischen Infos zur Serie durchlas, er sagte Felix Herngren sei sehr humorvoll und die beiden Hauptdarstellerinnen Lotta Tejle und Sissela Kyle echt genial. Er erzählte auch, dass die Geschichte in den 80er Jahren schon einmal als Serie verfilmt worden war. Was an NUR EIN BANKRAUB 2017 auch bemerkenswert macht ist, dass im Roman die Hauptfiguren männlich sind. 2017 wurden sie zu zwei Frauen:
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31. Dezember 2019
von SchspIN
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Tatorte zum Jahresende

Tatorte 2019 – Tatort Drehbuch

Ehe das Jahr 2019 zuende geht, – aber noch nicht das Jahrzehnt! – hier ein kurzes Update zur ARD-Reihe TATORT und der Autorinneninitiative Tatort: Drehbuch. Wer führte Regie, wer schrieb das Drehbuch? Wer spielt die Hauptrollen und wer zeichnet verantwortlich für Kamera, Ton, Schnitt oder Musik?

Ich habe bereits mehrfach die TATORTE analysiert unter verschiedenen Aspekten, wie den Frauenanteilen in 6 Gewerken und im Hauptcast seit 2011 und der Situation in den einzelnen Regionen. Beispielsweise:

Der Grund ist nicht, dass ich TATORT-Fan wäre oder Krimis liebte oder auch nicht wirklich, weil es als prestigeträchtigstes fiktionales Format gilt (mit den höchsten öffentlich-rechtlichen Gagen?) – sondern nicht zuletzt, weil die Datenausgangslage so günstig ist und das die Analyse vereinfacht. Denn es gibt die TATORT-Unterseiten auf ard.de, wo auf Alle Fälle die Filme der letzten TATORT-Jahrgänge aufgelistet sind. Das ist toll, denn wenn ich z.B. die ZDF Fernsehfilme der Woche analysieren will ist allein schon die Recherche der Titel aufwändig, die nicht online aufgelistet zu finden sind. Von den TATORTEN finde ich neben den Titeln auch den Hauptcast sowie in der Regel drei bis vier Teampositionen: Regie, Drehbuch, Kamera und Musik. Für TATORT-Fans gibt es dazu noch Fotos und Inhaltsangaben und Interviews und Infos von den Drehs und die verwendeten Musiktitel. Guter Service, Danke!

TATORTE 2019: Der 6-Gewerke-Check

Heute zeige ich zunächst den 6-Gewerke-Check für die 37 TATORTE, die 2019 erstausgestrahlt wurden und die in 20 verschiedenen Städten spielten, am häufigsten in Köln und Wien (jeweils dreimal). Dargestellt sind prozentual die Frauen- und Männeranteile:
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